10. April 2023

So, Ostern erledigt, gerade fand ich auch das letzte, noch vermisste, Osterei im Korb mit dem Katzenfutter. Ich hatte es schon mit „haben wir uns wohl verzählt“ abgehakt, umso schöner, dass wir es nicht irgendwann qua Geruch finden.

Der Rest des Tages ging mit Erledigungen herum, wie immer war etwas zu wenig Zeit für alles, was aber darin resultierte, dass M die Tür zu ihrem Schreibtisch, bei der das Scharnier (am Corpus) aus dem Holz gebrochen war, ganz allein reparierte. Ich hatte ihr nur ein Reparaturset bestellt und ein passendes Youtube-Video geschickt und fühle mich jetzt wie eine supertoll erziehend-fördernde Mutter. Gutes Gefühl. Freue mich auch schon auf das Lob der Putzfrau, die mir ja immer zeigt, was alles als nächstes Mal zu tun wäre und schon häufiger missbilligend auf die Teetasse, die die Tür abstützte, hinwies. Und wenn mir selbst jetzt mal eine Scharnier aus dem Schrank bricht, weiß ich, an wen ich mich wende, ich selbst habe sowas nämlich bisher noch nicht repariert.

In der täglichen unverbindlichen Contentvorschlagliste wird heute gefragt, wie ich mir selbst gute Laune bereite. Ich denke schon seit einigen Minuten darüber nach und bin mir über die Begrifflichkeiten nicht ganz klar. Was ist gute Laune, ist das, dass ich alles toll finde oder dass ich mich toll finde oder dass ich mich wohl fühle, ist es die Abwesenheit von schlechten Gefühlen oder ist es Zuversicht? Ist es das Gegenteil von schlechter Laune?

Ich finde nie alles toll, ich bin mir gegenüber wie auch anderen gegenüber großzügig, ich fühle mich häufig wohl, was aber nicht bedeutet, dass es nicht gleichzeitig Bereiche gibt, die mich traurig machen, sorgen oder stressen, was wiederum aber auch nicht bedeutet, dass ich nicht gleichzeitig zuversichtlich bin. Und auch, wenn ich klassisch schlecht gelaunt bin, also negativ und bissig und reizbar, macht mir dieser Zustand manchmal Spaß.

Vielleicht ist genau diese Komplexität mein Schlüssel zur Steuerung meiner „Laune“. Bei mir vermischt sich das alles irgendwie nicht zu einer Gesamtzahl sondern es bleibt alles mehr oder weniger einzeln, mag sich eventuell etwas einfärben, aber ich kann zwischen den Bereichen hin- und herspringen. Bei Bedarf, also wenn ich besonders belastende Teilbereiche habe, kann ich denen auch Zeiträume zuweisen, sobald ich mir einmal bewusst gemacht habe, dass es sie gibt und worin sie bestehen. Dann sage ich mir zum Beispiel (tatächlich auch laut): „Über die Prüfung sorge mich mich täglich zwischen 14:30 und 15:00 Uhr, jetzt um 21:30 Uhr daher nicht, ich stelle mir aber einen Reminder auf 14:30 Uhr, damit ich nicht vergesse, mich zu sorgen“. Das mache ich dann auch, das mit dem Reminder, Fairness ist mir bekanntlich wichtig. Außerdem ist das Diffuse für mich nicht gut. Wenn ich mich sorge oder Angst vor etwas habe, tue ich gut daran, herauszufinden, worum es sich handelt und das aufzuschreiben oder besser noch anderen zu kommunizieren, so klar wie möglich, egal wie lächerlich es sein mag. Ich weiß nicht, wie es bei anderen ist, aber bei mir werden die Monster kleiner, wenn ich sie unter dem Bett hervorziehe und anderen zeige.

In Zeiten, in denen ich das Gefühl habe, gar nicht genug freie Slots für alles zu haben, womit ich mich sorgenvoll befassen müsste, gehe ich andersherum vor und reserviere mir Zeiten für Dinge, die ich üblicherweise gern tue. Und die werden dann gemacht, auch wenn mir nicht danach ist. So kann ich sicherstellen, dass ich mich nicht einen ganzen Tag nur mit Scheiß befasse. Das ist mir sehr wichtig. Auch, wenn ich sehr gefordert bin von belastenden Dingen, will ich Zeiträume haben, in denen ich Freudvolles mache, auch wenn das aus Zeitmangel zu Lasten von zum Beispiel Schlaf geht.

Generell kann man vielleicht sagen, dass es für meine „gute Laune“ (herkömmlich interpretiert als Stimmung) gut ist, Dinge zu tun. Ich tue ja unglaublich gern alle möglichen Dinge, was vielleicht der Grund ist, warum ich bekanntlich insgesamt eher auf der Seite des Stimmungsspektrums verortet bin, auf der ich mich ab und zu ausbremsen muss.

9. April 2023

In der täglichen unverbindlichen Contentvorschlagliste wird nach meiner Vorliebe bei Topflappen gefragt, und zwar in folgender Form: „Lieblingstopflappen. Stoff, gehäkelt, gestrickt?“

Topflappen also. Ich habe früher einmal Topflappen gehäkelt und irgendwem geschenkt, sie waren rot mit weißem Rand. Ich habe nicht sonderlich gern gehäkelt, gestrickt allerdings noch weniger gern, seitdem wir in der Grundschule einmal einen Teddy stricken sollten und ich einen blauen, quadratischen, ähm, also ich sage Teddybären produzierte. Die Klassenlehrerin befand diesen Bären für entweder gerade noch befriedigend oder ausreichend, das weiß ich nicht mehr genau aber der Schmerz darüber sitzt bis heute, etwa in gleichen Anteilen, weil ich den blauen, quadratischen, mit Feinstrumpfhose ausgestopften Bären sofort liebte und weil ich überhaupt noch nie irgendetwas in der Schule nicht auf Anhieb hervorragend hinbekommen hatte. Ich bin immer noch traurig, dass nicht alle den Bär so toll fanden wie ich, auch wenn ich gar nicht mehr weiß, was nach meiner Schulzeit aus ihm geworden ist. Wie absurd das ist, wird mir in diesem Moment erst klar. Danke für die Frage, die aber ja ein ganz anderes Thema hatte. Egal.

Ich hab jedenfalls nie gern gehandarbeitet, am liebsten produzierte ich noch Schnüre. Mit der Strickliesel oder mit Luftmaschen. Ich produzierte sehr viele, sehr lange Schnüre und dachte, ich würde sie alle noch brauchen, weil ich zeitgleich ja im Werkzeugkeller von Papa N. ein Flugzeug oder ein Schiff baute (ich war noch nicht ganz sicher, der Anfang schien mir ähnlich). Auch was aus den Schnüren geworden ist, weiß ich nicht, habe dabei aber eine stärkere Vermutung als beim Quadratteddy.

Zurück zu den Topflappen. Ich benutze überhaupt keine Topflappen. Ich verbrenne mir häufig die Finger. In jeder Hinsicht.

Ich habe aber recht viel Hornhaut, auch an den Fingerkuppen. Ich kann aufgebackene Brötchen einfach so aus dem Ofen nehmen und Teebeutel (die schottischen haben kein Rückholbändchen) mit den Fingern aus der Tasse angeln. Dafür kann ich oft keine S-Bahn-Türen öffnen, weil die Touchflächen nicht auf meine Fingerkuppen reagieren, also jedenfalls bis vor ein paar Jahren, in neuerer Zeit habe ich die Probleme weniger, vermutlich wurde da etwas umgerüstet. Backbleche, Auflaufformen, Kasselrolen und dergleichen hole ich natürlich nicht barhändig aus dem Ofen, ich bin nur unvorsichtig, nicht dumm. Für diesen Zweck verwende ich ein doppelt geschlagenes Küchenhandtuch oder auch mal ein feuchtes Spültuch.

Ich besitze allerdings auch Topflappen, also was man so im weitesten Sinne Topflappen nennt, es sind feuerfeste Handschuhe. Die haben ihren Platz in der Kasserole, wenn ich sie nicht benutze und ich hole sie sehr selten hervor. Das letzte Mal war glaube ich an meinem Geburtstag, da habe ich bei laufender Party Flammkuchen mit Birne, Ziegenkäse und Akazienhonig gemacht, viele Bleche und in der Küche war wenig Platz, die Bleche mussten daher manchmal lange in der Hand gehalten werden, bis Platz geschaffen wurde. Sowas geht mit dem doppelten Geschirrhandtuch nicht gut und ich war froh, die feuerfesten Handschuhe zu haben.

8. April 2023

Die Abholung des Handys letzte Nacht verlief sehr gut. Wir waren etwas zu früh vor Ort, um uns einen guten Überblick zu verschaffen – das Zeitfenster betrug schließlich nur 10 Minuten. Als wir den Ort ausreichend erkundet hatten, setzten wir uns wieder ins Fahrzeug und beobachteten das Straßenleben. Nachts um 1 am Frankfurter Hauptbahnhof gibt es reichlich zu sehen, es war nicht langweilig.

15 Minuten vor der vereinbarten Zeit stiegen wir wieder aus, wenig später bog schon der Reisebus um die Kurve, hielt an, M sprach den Fahrer an, bekam ihr Handy und dann gab es eine sehr schöne Situation: sie hatte als Dankeschön nämlich Schokolade dabei, nur eine kleine Geste, aber ich sah von meiner Position etwas abseits, wie der Fahrer sich wirklich richtig freute, das Gesicht veränderte sich regelrecht, die Körperhaltung auch.

Jetzt ist alles bereit für Ostern. Die Eier sind gefärbt und der Hefezopf im Ofen, die Eier verstecke ich gleich noch, M muss sie suchen, ja, auch wenn sie schon volljährig ist, das ist in unserer Familie so: man muss so lang Eier suchen, bis man eine Person herbeischafft oder produziert, die diese Aufgabe von einem übernimmt. Wie beim Fangen spielen also.

Die tägliche unverbindliche Contentvorschlagliste fragt heute: „Sie hatten Interesse daran bekundet, ein Fernstudium aufzunehmen. Was würden Sie studieren und warum?“

Sehr witzig. Wenn ich gewusst hätte, was ich studieren wollte, hätte ich es ja sofort getan, als mir vor ein paar Wochen dieser Gedanken kam. Ich zögere bei so etwas nicht lang, deshalb habe ich auch schon viele Studiengänge begonnen und gleichzeitig dauert mein Interesse nie sonderlich lang, deshalb habe ich außer meinen ersten drei Studienabschlüssen keine weiteren erworben. Mein Interesse reicht meist für ein Jahr, also zwei Semester. Das habe ich über mich gelernt: ich bin absolute Generalistin, keine Spezialistin.

Was ich auch über mich gelernt habe: ich kann nicht mehr gut nach allgemeinen Vorgaben lernen, weil es mich zu sehr langweilt. Also nicht gut in größeren Gruppen, nicht gut nach fixem Plan, nach Lehrbuch etc. Ich brauche also entweder ein sehr freies Lernumfeld, in dem ich selbst über Tempo und Intensität entscheiden kann (also Selbststudium) oder in dem sich nach mir gerichtet wird (also Privatunterricht).

Um aber die Frage abschließend zu beantworten: Was – keine Ahnung. Warum – weil ich mich langweilte.

7. April 2023

Den ersten Tag dieser vier freien Tage habe ich sehr durchgenudelt verbracht. Was daran lag, dass ich letzte Nacht noch um 1:30 Uhr M. und ein paar Freunde vom Fernbusbahnhof abgeholt hatte und um 7 Uhr wieder aufstehen musste – okay, das kann man noch gut wegstecken, nicht eingepreist war aber, dass M leider irgendwie das Handy aus der Tasche rutschen würde und bei der Ortungssuche mit dem Bus auf dem Weg nach Wien war.

Wir sind nicht nach Wien hinterhergefahren. Wir haben das Handy auf „Verloren“ gesetzt und dann laut klingeln lassen, eine nette Person im Bus rief die angezeigte Nummer (also meine) zurück, sprach mit dem Busfahrer und der kommt heute Nacht um 1 mit dem Handy aus Wien zurück. Wir werden also einen weiteren nächtlichen Ausflug zum Fernbahnhof machen, heute Nacht, um hoffentlich das Handy wieder abzuholen. Drücken Sie gern die Daumen, dass das alles gut geht.

Jedenfalls dauerte das alles ein Weilchen und ich war erst um 3 im Bett, um 7 dann wieder auf, um 8:30 auf dem Weg zur Kirche und habe dort im Karfreitagsgottesdienst gesungen. Ausfallen lassen war keine Option, die Gottesdienstbesetzung ist immer recht schmal. Es ist eine Vereinbarung zwischen Chor und Kirche (es ist kein Kirchenchor sondern ein unabhängiger Verein, der aber eine Kooperation mit der Kirche hat), dass bei einer gewissen Anzahl an Veranstaltungen für das Programm gesorgt wird und wiederum eine (unausgesprochene) Vereinbarung im Chor, dass jede:r an ein paar dieser Termine teilnimmt, so teilt sich das ganz gut auf.

Das Singen war sehr schön, einzig ein komischer Moment, als alle in der Kirche das Glaubensbekenntnis sprachen – wir standen noch vorne vor dem Altar – nur ich halt nicht. Sicher nur für mich komisch.

Als ich wieder zu Hause war, ging ich wieder schlafen und wachte um 15:30 Uhr auf, war aber nicht mehr handlungsfähig sondern hatte Kreislauf, Übelkeit, Brummschädel. Jetzt mittlerweile bin ich wieder topfit, was sich natürlich gut trifft für den Ausflug nach Mitternacht. Es fühlt sich alles ein bisschen an, wie die Osterferien, als ich Teenagerin war, da drehte sich auch immer die Zeit und irgendwann war ich nachts wach und tags schlief ich.

Und jetzt trifft es sich vielleicht auch alles ganz gut, weil ich am Dienstag ja sowieso um 4 Uhr aufstehen muss. Ich leide sowieso auch immer noch an der Zeitumstellung, jetzt zwei halb durchgemachte Nächte, Dienstag 4 Uhr aufstehen und dann in eine Zeitzone, die noch eine Stunde schräger ist – danach ist mir vermutlich alles in Bezug auf Uhrzeiten komplett egal. Schön!

Also, nicht vergessen, in 3 Stunden Daumen drücken!

6. April 2023

Was heute richtig gut war: ich habe meinen Reisepass wiedergefunden. Den brauche ich ja am Dienstag. Nach dem ganzen schon stattgefundenen Machtgekaspere wäre es blöd gewesen, gar nicht anreisen zu können.

Es geht darum. dass ich einen Bereich bei uns einrichten möchte, also mit Stellen, den es bisher nicht gibt und auch noch nie gab. Bisher wurde das von den Kolleg:innen aus dem Ausland mit abgedeckt, allerdings zunehmend nicht mehr so, dass es für uns gut passt. Passend machen ist gescheitert, auch aus sprachlichen und kulturellen Gründen, es ist alles in allem besser, glaube ich, wenn wir das in Deutschland selbst machen. Und ich glaube auch, dass ich dafür die richtige Person gefunden habe.

Der alte Oberchef rief heute an, als er meine Abwesenheitsmeldung für nächste Woche sah und fragte nach, was ich denn dort Schönes vorhätte. Dann hörte er zu und sagte „Die lassen Sie ins Leere laufen. Das haben schon zwei vor Ihnen versucht und sind gescheitert. Einer davon war ich.“

„Ich stehe auf Ihren Schultern“, erwiderte ich salbungsvoll.

Der alte Oberchef machte etwas, das wie ein Kichern klang, erzählte dann vom Wetter und dass es zu kalt zum Golfen sei und lege mit den Worten „Ihnen traue ich es fast zu, ich komme demnächst zu Besuch und lasse mir berichten“ auf.

Also, Reisepass ist da, das ist gut.

Die tägliche unverbindliche Contentvorschlagsliste (es sind noch Tage frei!) fragt heute: „Bleistift, Filzstift, Kugelschreiber oder Füller?“

Ich bevorzuge das Schreiben per Tastatur. Lässt es sich gar nicht vermeiden, per Hand zu schreiben, verwende ich im Chor zu Anmerkungen in der Partitur Bleistift und für alle anderen Zwecke Schneider One Business 0,6 mm for Documents, wobei ich neuerdings auch noch einmal Stabilo Worker Medium 0,5 mm verwendete und überrascht angetan war. Ich habe auch zwei teure Füller, nur schreibe ich so selten per Hand, dass die dann immer irgendwie eingetrocknet sind. Per Hand unterschreibe ich Zeugs im Büro oder mache mal eine Anmerkung auf Post-it, zu Hause kennzeichne ich manchmal Dinge mit „hier stehen lassen“ oder „nicht essen“ oder „bitte xy damit machen danke“. Darüber hinaus schreibe ich nicht per Hand. Gut, neulich eine Trauerkarte, die habe ich mit Schneider One Business 0,6 mm for Documents in schwarz geschrieben. Der @pressepfarrerin habe ich neulich unter Aufwendung höchster Konzentration eine Postkarte geschrieben, ich glaube mit Schneider One Business 0,6 mm for Documents in blau, kann es aber nicht beschwören. Ich habe zwei Briefe zu schreiben, was ich aber immer wieder aufschiebe, weil ich nicht weiß, wie ich vorgehen soll – es sind Briefe, die im Rahmen der mir geläufigen Konventionen Handschriftlichkeit erfordern , aber die Situation, wie ich einen ganzen Brief (ich gehe von 1 – 2 Seiten aus) per Hand schreibe, entsteht vor meinem inneren Auge einfach nicht. Ich habe dafür noch keine Lösung gefunden.

Ich erinnere mich immer wieder gerne, dass ich vor einigen Jahren eine Weiterbildungsprüfung gemacht hatte, die zugegeben sehr einfach war und auch entsprechend gut verlief – in der folgenden mündlichen Prüfung fragte jemand aus dem Prüfungsausschuss, ob ich irgendwas schwierig gefunden hätte und ich sagte aus vollem Herzen: „Ja, das alles per Hand zu schreiben“. Mittlerweile finden die schriftlichen Prüfungen am PC statt, ob wegen mir oder wegen Corona weiß ich nicht.

WmdedgT 4/2023

Ganz vorweg: ich schreibe mit einem versehrten Finger, den ich mir vorhin an einem Getränkekasten aufgeschnitten habe, obwohl der Getränkekasten im Nachhinein keine Stelle aufwies, an der man sich einen Finger hätte aufschneiden können.

WmdedgT und alles dazu wie immer hier bei Frau Brüllen.

Ich wachte heute bei Weckerklingeln leicht zerschlagen auf, das Event mit Frau Herzbruch und vielleicht die große Flasche Sekt (auch wenn sie noch halb voll ist) waren daran schuld. Ich hatte wohl irgendwie verkrümmt geschlafen und daher den Nacken verspannt, eine heiße Dusche und eine gute Dosis Ibuprofen beseitigten das Problem. Das war gut, ich musste mich nämlich ziemlich beeilen, weil die Putzfrau schon eine Stunde nach Weckerklingeln angekündigt war. Normalerweise werde ich ja vor dem Wecker wach, weil eine Katze auf mich springt, der Wecker ist nur sozusagen last resort. Aber die Katzen waren wohl auch durch das längliche Event verwirrt und schliefen noch.

Also schnell-schnell-schnell, das mag ich ja sowieso am Liebsten. Ich fuhr wieder komisch, nämlich zuerst in die falsche Richtung wegen Tunnelsperrung, ins Büro und bemerkte dabei, dass das für mich eigentlich eine gute Sache ist. Es dauert zwar ein paar Minuten länger, dafür geht die Verbindung regelmäßig alle 10 Minuten oder so, während ich sonst direkt vor der Haustür nur 3x pro Stunde abfahren kann. Dass ich doppelt so oft, also 100% mehr, naja, also 2x statt 1x umsteige ist mir egal. So war ich recht früh da und saß noch vor dem Ansturm auf die Kaffeemaschine auf dem Küchenfußboden, um 3x10cm große Stückchen Linoleummuster mit dem vorhandenen Boden abzugleichen, alles war unbefriedigend, die Problematik ist, dass Tisch und Tür aus unterschiedlichen Holzsorten sind und wenn der Boden dann eine dritte Holz(imitat)sorte hat, ist alles schlecht, besonders, wenn alle Sorten irgendwie „freundlich hellbraun“ sind, also kurz gesagt: der neue Boden wird Betonoptik haben. Ich finde das gut. Weil ich diverse Vergleiche vornehmen wollte, bevor ich drei Büroküchen mit Boden in Betonoptik in Auftrag gebe, brauchte ich auf dem Fußboden etwas länger, mittlerweile kamen viele Kaffeetrinker:innen, die sich auch sehr für den Boden interessierten aber bei der Einladung, bei den Vergleichen auf dem Boden mitzumachen, ohne Ausnahme von Knieproblemen sprachen. Mit meinem Kreuzband-Innenband-Außenband-Meniskusriss betrachte ich mich ja eigentlich als die Person, die versiert in Knieproblemen ist aber tatsächlich schien ich unter ca. 10 Anwesenden die einzige zu sein, die auf dem Boden knien kann. Oder vielleicht will.

Ich teilte heute noch das Büro mit der neuen Mitarbeiterin, ab morgen ziehe ich wieder in meinen eigenen Raum zurück, also nahmen wir uns am Vormittag Zeit für einen Kaffee und die Zeit danach bis zum Mittag verbrachte ich mit einer anderen, ganz neuen Mitarbeiterin, der ich einen zweiten Bereich, den ich vorübergehend übernommen und durchorganisiert hatte, übergebe.

Mittags gab es Salat und Sandwiches und einen Vortrag zu Krisenkommunikation, da hätte ich natürlich genauso gut noch ein Event mit Frau Herzbruch machen können. Ich hatte mir selbst noch eine Sonderaufgabe dabei gegeben, nämlich in Vorbereitung auf eine große und wichtige Veranstaltung demnächst heute schon einmal die Akustik kritisch zu überprüfen und ja, da müssen für die große Veranstaltung Dinge veranlasst werden. Die Techniker sind informiert.

Nach dem Mittag weiter Übergabe mit der ganz neuen Mitarbeiterin, dann Treffen mit dem Projektteam für den geplanten Umbau, um abzumachen, was in der nächsten Woche geschehen soll, ich bin nächste Woche ja nicht verfügbar. Danach Telefonkonferenz mit der Hausverwaltung wegen Sicherheitsproblemen der, wie wir so schön raumschiffartig sagen, „Außenhaut“. Die neue Mitarbeiterin sagte mir hinterher, meine Stimme habe „mürrisch“ geklungen. Das ist eine gelungene Einschätzung, es geht mir enorm auf die Nerven, dass immer wieder irgendwelche Türalarme nicht gehen und zwar nicht aus technischen Gründen.

Anschließend erstes leichtes Abklopfen mit dem Londoner Team, also ein geworfener und aufgehobener Handschuh und die unliebsame Entdeckung, dass ich am Dienstag um 5 Uhr morgens am Flughafen sein muss, für die 1. Maschine nämlich, weil die 2. schon ausgebucht ist und die 3. nach Heathrow zu spät ist. Ächz.

Nochmal ein bisschen Übergabe, dann packte ich meine Sachen zusammen und versuchte, den Schreibtisch der Mitarbeiterin, den sie mir nett ausgeliehen hatte, wieder in den vorherigen Zustand zu versetzen, weil ich ja ab morgen wieder im eigenen Raum bin. Bzw. so gut wie nicht da, aber das ist eine andere Geschichte.

Der Rückweg ohne Tunnel und mit Fahrten in die falsche Richtung verlief wieder erfreulich, um 18:30 Uhr war ich zu Hause, Herr N. hatte bereits gekocht. Um 19 Uhr hatte ich einen Online-Lesekreis vom Literaturhaus Hannover (zu Judith Hermann, „Wir hätten uns alles gesagt“), um 20:30 Uhr noch einen privaten Lesekreis (zu Claire Keegan, „Small Things like These“), zwischendrin kam die Flaschenpost, also verräumte ich später noch die Kästen, wobei ich mich, wie eingangs erwähnt, am Finger schnitt. Eine Zumutung, mit 9 Fingern zu tippen, ich gebe das jetzt auf.

4. April 2023

Aufregende Zeiten, unglaublich aufregend. Ich habe mein zweites Event mit Frau Herzbruch, also das Event, wo wir gemeinsam in einer Videokonferenz sitzen und ich einen Piccolo trinke, nur gab es ja keinen Piccolo im Laden, also keinen in angemessener Qualität und daher musste ich eine große Flasche kaufen. Da das Event nur dreiwöchentlich stattfindet und ich eine angebrochene Flasche natürlich drei Wochen aufbewahren und dann in den Ausguss gießen kann, aber nicht möchte, bin ich jetzt, sagen wir: tapfer.

Jedenfalls sprachen wir so über das eine und das andere, über Herzbruchs übliche Digital-Detox-Versuche, fleischlose Tage und Kindergeburtstag, was man bei Muddibloggers halt so bespricht, Nagellackfarben und Menstruationsblut und meine leichte (und durchaus verdiente Übelkeit) vor dem Flug nach London nächste Woche wo ich, naja, mich positionieren werde. Ein Wochenende danach fahre ich mit dem Kind nach Paris, während da vielleicht die Mülltonnen brennen und nur eine weitere Woche später verreise ich zum beruflich ungünstigsten Zeitpunkt seit wirklich immer und wenn bei dieser Reise in Bezug auf den Zeitpunkt der Rückkehr irgendwas schief geht, muss ich mir um das Outcome in London auch keine Gedanken machen. Irgendwie beruhigend, fällt mir gerade auf.

Und dann war mein Anliegen noch das Blog, in dem ja nicht alle, die möchten, kommentieren können. Völlig davon abgesehen, ob das irgendjemand überhaupt möchte ist das wirklich wichtige am Internet für mich, dass alle eine Stimme haben, alle publizieren können, und sei es der größte Scheiß. Es lag mir im Magen, dass das gerade in meinem Blog nicht mehr geht (vorzugsweise ohne den größten Scheiß natürlich) und eine andere Lösung musste her, der beste Webmaster der Welt @krieglich hatte alles vorbereitet, aber es galt noch zwei Problemchen zu lösen, die Herzbruch und ich per Screensharing nun nach der ersten halben Flasche Sekt irgendwie hingefixt haben. Also so fast, wir haben hier leider noch keine Absätze in der Ansicht auf der Startseite, aber wir sind für unsere 80%-Lösungen bekannt. Was der Webmaster zu unseren Stümpereien zu sagen hat, ist noch nicht bekannt, aber was immer es ist, es wird nicht mehr heute sein und: it’s not better to be safe than sorry.

Wo war ich stehen geblieben: Herzlich Willkommen hier und danke, @krieglich!