29. August 2025 – Tag der nervigen Technik

Heute war Tag der nervigen Technik. Ja, genau das kann man in der ersten Arbeitswoche nach dem Urlaub gut gebrauchen.

Erst einmal turnusmäßiges Passwortändern, was ich supernervig finde, da ich an zwei Geräten arbeite, die mit einander das Passwort synchronisieren müssen, also einen Laptop ins Büro schleppen und da an ein Netzwerkkabel hängen und dann den Bürorechner einschalten und erst auf dem einen das Passwort ändern inklusive Token, dann Token in den anderen und da Passwort ändern, abwarten bis alles irgendwo durchgelaufen ist, dann vorsichtig Screen locken und schauen, ob es mit dem neuen Paswort geht (an beiden Geräten), wenn ja abmelden und dasselbe und wenn das auch geht runterfahren und wieder hoch und auf das Beste hoffen. Dann dasselbe am Handy nachziehen. Schon sind zwei Stunden um und es war viel Gerenne.

Als nächstes Handywechsel. Bisher hatte ich ein Handy mit zwei SIM-Karten (privat und beruflich), der berufliche Mailempfang hat sich aber so verkompliziert, natürlich aus Sicherheitsgründen (VPN Tunnel, Authenticator etc), dass das Gerät mir zu langsam wurde, das alles zog mir zu viel Akku und ging dennoch nicht zuverlässig, teilweise musste ich auf sechs Sachen klicken, bis ich überhaupt in die Mails schauen konnte. Das geht so ja nicht. Also bekam ich nun ein Firmengerät (iPhone, auch das noch, ich mag ja kein Apple) und das musste eingerichtet werden, dann der ganze Schrott vom Privathandy entfernt werden, nun habe ich also ein Firmengerät für Mails und, da ich gleichzeitig nicht bereit bin, dauernd zwei Handys mit mir herumzutragen, eine zweite zweite SIM-Karte (verstehen schon) im Privathandy nur für Telefonanrufe, also um im Notfall (was für ein Notfall das sein soll, weiß ich nicht, ich arbeite ja im Bereich Verwaltung, da gibt es meiner Ansicht nach keine absolut zeitkritischen Notfälle, jedenfalls habe ich in meinen bisherigen Berufsjahrzehnten keinen tatsächlichen erlebt, immer nur gefühlte Notfälle) erreichbar zu sein.

Ich hatte immer gehofft, Technik wird einfacher. Dass man alles immer mehr verkomplizieren muss, wegen Sicherheit, finde ich außerordentlich misslich. Vielleicht werde ich irgendwann in Frührente gehen, weil ich mich nicht mehr dazu aufraffen kann, auf die Dinge zuzugreifen und dabei an verschiedene Spielchen wie Passwörter, Codes, Captchas, PINs etc teilzunehmen. Ich würde mir wirklich lieber jeden Tag in den Finger stechen und das ganze mit einem Tropfen Blut regeln, so sehr kotzt mich das jetzt schon an.

Jedenfalls, als das dann auch geregelt und die ganzen Restbestände vom Sicherheitszeug von meinem Privathandy entfernt waren, war es auch schon Zeit für Feierabend.

8 Kommentare zu „29. August 2025 – Tag der nervigen Technik“

  1. ich würde mich auch lieber in den finger stechen und blutanalyse machen, statt technik zu bedienen, die mir keine erleichterung bringt. und das will was heißen, ich bin nämlich nur rentnerin.

    1. es ist doch auch völlig außer Kontrolle geraten, ich meine, ich will zB überhaupt nie irgendwelche krummen Buchstaben und Zahlen eintippen oder Teile von Fahrrädern per Klick identifizieren, sondern einfach nur ein Webformular abschicken. Wie konnte es passieren, dass wir jemals akzeptiert haben, uns so einem Schrott zu unterwerfen?

  2. ich habe mich gerade bemueht, das technisch und sozial zu begruenden, aber es kam eine wall of text raus, die nur schwer zu geniessen ist, und ich weine in letzter zeit eh zu viel

    grob zusammengefasst sind viele der skizzierten techniken, die sicherheit herstellen sollen, ueberfluessig bis kontraproduktiv, und lassen sich nur durch ‚technical debt‘ und angst erklaeren: der kram wird weitergenutzt, weil abschalten sehr teuer waere, und der prozess der abschaltung kritisch ist

    turnusmaessige passwortwechsel, als einfachstes beispiel, werden von fachleuten seit ca. einem jahrzehnt abgelehnt, selbst Microsoft und das BSI haben das vor ca. fuenf jahren endlich eingesehen, aber bis das mal in die weltweiten policies der grossbuden durchgedrungen sein wird, bin ich vermutlich ganz regulaer in rente

  3. Tsihi. Kann es sein, dass bei gefühlten Notfällen die Leute immer viel mehr Kapazitäten für Drama haben?
    Wenn ein echter Notfall (in meiner Definition sind dann Ärzte, Sanitäter oder Notaufnahmen involviert) stattfindet, ist man eher ungläubig, dass das jetzt wirklich passiert.

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