2026!
2026 schreibt sich gut. Ich rechne damit, mich in den nächsten 362 Tagen selten in der Jahreszahl zu irren. Diese Annahme ist natürlich nicht ohne Hintergrund.
Denn das Jahr 2025 begann – und lief komplett durch! – mit etwas, das eigentlich eine Kleinigkeit sein sollte und dann total eskalierte, wie gesagt noch immer nicht gut ist. Gemeint ist Frau Herzbruchs Operation und ihre Folgen. Die Perspektive von Frau Herzbruch ist bekannt und die relevantere. Für mich ergänzend wichtig ist, dass ich schon durch die vorherigen Jahre – nach fast einem Jahr Krankenhausrealität mit Herrn N und anschließend knapp drei Jahren mit Mama N. – eine ausgeprägte Achillesferse in Bezug auf Krankenhausthemen entwickelt habe, deutlich über ein erwartbares Maß hinaus. Entsprehend dachte ich wirklich: „Die wollen mich doch verarschen!“ Leider nicht.
Daneben war mein persönliches 2025 sehr voll, übervoll.
Beruflich läuft es. Ich habe ein bisschen gebraucht, um zu verstehen, dass es einen riesigen Leerraum, eine Art Machtvakuum, gibt, in dem ich einfach tun kann, was ich für richtig halte (oder natürlich gleichermaßen, was ich für falsch halte, should I be so inclined!). Dennoch war ich damit im Vergleich früh dran, außer mir hat es entweder überhaupt noch niemand bemerkt oder zwar bemerkt doch nicht darauf reagiert. Ich habe ein sehr großes Spielfeld zur Zeit. Manchmal ist es ein wenig einsam.
Ich war unfassbar viel unterwegs. Ich habe eine zweijährige Weiterbildung abgeschlossen. Ich habe das Kraulschwimmen geknackt. Insgesamt habe ich sehr viel gemacht, also eben im wirklich Wortsinn selbst gemacht und so gut wie nichts unternommen, bei dem ich passiv unterhalten werde. Ich war nicht im Kino. Ich war immerhin bei einer Comedy-Veranstaltung und auf einem Konzert – im Gegensatz dazu habe ich aber drei Konzerte selbst gesungen, im Chor natürlich, dennoch finde ich das Verhältnis ungewöhnlich. Vielleicht möchte ich 2026 zu meiner Unterhaltung auch öfter mal andere etwas machen lassen. Während ich dass schreibe, werde ich schon leicht innerlich nervös, denn was, wenn die das nicht so machen, dass ich gut unterhalten bin? Vielleicht unterhalte ich mich doch besser selbst?
Gesundheitlich war das Jahr für mich kein Selbstläufer. Da waren zum einen die unendliche Zahngeschichte, die vermutlich im Februar 2026 nach 10 Monaten und über 20 Terminen endlich ihren Abschluss finden wird. Dazu ein eskalierter Mückenstick, besser gesagt Kriebelmückenbiss, der Antibiotikum erforderte und zum Jahresende noch eine gezerrte Schulter, von der ich noch immer etwas habe. Dafür keine relevante Infektionkrankheit – ein Wochenende lang hatte ich mal eine laufende Nase, aber es gab nichts, das mich aufs Sofa gezwungen hätte. Das finde ich auch bemerkenswert, denn ich war rund 30.000 km in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs und habe dabei viel Husten und Niesen gehört.
Im Herbst habe ich bemerkt, dass ich mich ingsgesamt übernommen habe. Genau zu diesem Zeitpunkt, als alles zu viel wurde, hätte ich beinahe noch eine Lebensrettung unterbringen müssen, denn es gab einen Treffer in der DKMS-Datenbank. Doch dann traten zwei Glücksfälle ein: zum einen wurde eine noch besser geeignete Spendeperson gefunden und ich durfte das Erlebnis „Stammzellenspende“ vorüberziehen lassen, zum anderen wurde bei meinen Voruntersuchungen ein wirklich eklatanter Vitamin-D-Mangel festgestellt. Der Mangel ist noch nicht der Glücksfall, die darauf folgende Behandlung desselben hingegen schon, denn nach ein paar Wochen merkte ich einen deutlichen Energieschub, der noch immer anhält.
Angesichts der Viel-zu-viel-Situation versuchte ich, abzubremsen, doch nun ergab sich eine berufliche Konstellation, in der kein Abbremsen möglich war und bis jetzt nicht ist. Wir werden das gründlich aufräumen, die Vereinbarungen dazu sind getroffen, die Wege benannt und die Mittel bereitgestellt, bis zur Umsetzung wird es aber natürlich noch ein wenig dauern. Und so versuche ich aktuell, bis zu meinem Urlaub in der 2. Januarhälfte (den um Weihnachten herum musste ich absagen) ohne Crash durchzukommen. Momentan sieht es gut aus. Doch um diesem Chaos noch ein Sahnehäubchen aufzusetzen, hat es nun Papa N. ins Krankenhaus verschlagen. Auch da sieht es aber glücklicherweise nach etwas mehr Stabilität aus als zunächst angenommen – sowohl bei Papa N als auch bei meiner Krankenhausthematik, die mittlerweile therapeutisch begleitet wird.
In den letzten sechs Jahren saß ich an vier Silvestern an Krankenhausbetten. Ich möchte das nicht mehr, es reicht. Und gleichzeitig habe ich die letzten sechs Silvesters auch morgens auf der Feier mit Schanuf verbracht und abends auf der Feier mit Herzbruchs. So gerahmt lässt sich sehr vieles aushalten.
Den Urlaub – noch 13 Tage, 9 Arbeitstage bis dahin – möchte ich nutzen, um mich gut für alles, was 2026 bringt, gut aufzustellen. Äußerlich durch Ordnung und Vorbereitung – Unterlagen, Steuern, Reparaturen. Innerlich durch Schlaf und Gutgehenlassen.
