Im Bahnhof heute morgen blinkte vor dem U-Bahn-Eingang rot das Schild, das besagt, man solle bitte nicht weitergehen. So ein Persönchen mit ausgestreckten Armen in einem Kreis. Dennoch strömten wie Lemminge alle die Treppe hinunter zum Bahnsteig. Ich habe es nicht verstanden.
Später eine sehr schöne Situation. Ich muss ja eine Stelle nachbesetzen und heute kam dafür eine recht gut passende Bewerbung von einer Frau, die denselben Nachnamen trägt wie die, die gekündigt hat. Und denselben Anfangsbuchstaben vom Vornamen. Wie superpraktisch ist das denn? Niemand muss sich einen neuen Namen merken, ich muss noch nicht einmal das Türschild ändern lassen und sogar die Netzwerk-ID bleibt gleich! Win-win-win! Außerdem bietet es so viel Raum für beiläufige Scherze. Es erinnert mich an die schönen Zeiten als ich mal drei Florians zusammen in einen Raum setzte und einmal, das war zugegebenerweise nicht so nett, Philip, Phillip und Philipp sowie Frederick, Frederic und Frederik. Mir scheint, heute heißen die jungen Menschen, die ins Praktikum zu uns kommen, wieder unterschiedlicher. Dafür sehen sie ähnlicher aus. Oder vielleicht ist das auch nur meine Perspektive mit ein paar Lebensjahren mehr Abstand.
Bezüglich Frau S, also der alten (die gekündigt hat) Frau S und der neuen (die sich beworben hat) Frau S, kann ich mir auch einen Psychothrillerbeginn vorstellen. Vielleicht ist es dieselbe Person! Wir gingen ja nicht ganz im Guten auseinander, will sie sich rächen? Oder eine Zwillingsschwester? Die Bewerbung ist ohne Bild aber ich habe gelinkedint und man könnte eine Ähnlichkeit in die Bilder interpretieren. „Unsere“ Frau S hatte laut ihren Erzählungen den Kontakt zu ihren Geschwistern abgebrochen. Vielleicht sind die Frauen S wirklich Geschwister aber wissen nicht, dass die eine schon einmal bei uns war. Viel Material für Filme!
Geärgert habe ich mich heute auch, über eine Bekannte, die sich von WhatsApp verabschiedete mit einer recht lapidaren Nachricht, man könne sich ja einen anderen Messenger installieren. Es ist nicht so, dass ich nicht auch andere Messenger installiert hätte. Was mich piekst ist die Beiläufigkeit solcher Verlautbarungen, in meinen Augen immer verbunden mit dem Luxus, sich nicht um jemanden kümmern zu müssen, dem Wechsel von irgendwas nicht leicht fallen; keine Verantwortung für jemanden zu tragen, dessen Angelegenheiten man mitregeln muss. Da spricht es sich leicht lapidar. Und ich frage mich, warum ich überhaupt noch nie eine Nachricht in der Art von „du, ich möchte weg von WhatsApp aber gern den Kontakt zu Dir halten – wie kann das am besten funktionieren, was nutzt Du sonst so?“ bekommen habe.
Auf dem Rückweg wollte das Fahrrad vor der Kälte kapitulieren, naja nicht das ganze Rad, nur die Kettenschaltung, die so bedrohlich knackte, dass ich einen Bruch befürchtete und dann doch lieber schob. „Nein, Herr, die Kettenschaltung bricht nicht, es ist ein Band von meinem Herzen, das da lag in großen Schmerzen“. Ich habe jetzt einen Dauerohrwurm vom Eisernen Heinrich. Zum Glück schmerzt mein Herz aber gar nicht, ich bin nur etwas angestrengt und sehne mich nach Urlaub. Noch sieben Arbeitstage bis dahin.

Vor etwa 20 Jahren waren bei uns mal gleichzeitig drei Anjas UND drei Susis (Susan, Susann, Susanne) als Praktikantinnen.
Ich erinnere mich, dass in Ms Turngruppe mal Eileen, Aylin, Alina, Elina und Aylina waren.
Wir sind 3 Andreas (zwei im gleichen Team) und 2 Thomasse.
Ihr seid meine Abiturklasse.
In den 90ern war in der Clique um meinen damaligen (Stefan) herum: Stefan, Stefan, Stephan und Andreas.
Mein Telefonbuch besteht nur aus „Andreas“, „Thomas“ und „Michael“.
Nicht verstehen kann ich Eltern, die ihren Kindern einen einfachen Namen mit einer möglichst komplizierten Schreibweise verpassen: Nachbarskind heißt „Lya“ und wird ihr Lebtag den immer immer immer immer wieder buchstabieren müssen. Warum sind Eltern so gemein?
Das mit dem Buchstabieren finde ich nicht so schlimm, ich glaube, sie muss den Vornamen ja meistens nur in Kontexten buchstabieren, in denen sie den Nachnamen vermutlich sowieso auch buchstabieren muss?
Hier gab es mal ein Weihnachten mit 3x Frank am Tisch: 2 Geschwister, von denen eins Frank heißt, brachten ihre aktuellen Freunde namens Frank mit. Das war… teilweise verwirrend.
Ich denke gerade an meine Tochter Marlene und ihre Freundinnen Marlen, Marline und Malvine…
Wir waren längere Zeit im Team, (also als unmittelbare Arbeitskolleginnen), 3 „Frau Mayrhofer“s (von insgesamt 10 Personen), und mit regem, wechselnden Personenkontakt: Frau Mayrhofer, Frau Mairhofer und Frau Mayerhofer. Die unterschiedliche Schreibweise half nicht wirklich weiter, weil Mai/y(e)rhofer scheinbar nach Lust und Laune meist irgendwie geschrieben wird. Mit „Nehmen Sie bitte Platz, Frau Mai/y(e)rhofer wird Sie aufrufen“ hat das aber problemlos geklappt.
Ach,das finde ich ganz wunderbar!
Zur Doppelidentität empfehle ich Josephine Tey – Brat Farrar. Ein Krimi.
Würde dieser Krimi die Einstellungschancen von Frau S erhöhen oder eher nicht? Sie kommt morgen, ich bin ganz aufgeregt!