1. April 2026 – 16. Arbeitstag vor Urlaub

Ich probiere es nochmal mit Urlaub, nachdem ich ja im Dezember an Krankheit gescheitert bin (an der Krankheit anderer, nicht eigener Krankheit) und ab Januar an irgendwie allem, einem riesigen Sammelsurium privat wie beruflich, dessen Komponenten jede einzelne sehr laut „Kümmer dich!“ riefen.

Das meiste davon ist erledigt oder unter Kontrolle, zwei Großprojekte bleiben, die bleiben jedoch noch für mindestens acht Monate bzw. zweieinhalb Jahre und können daher Urlaubsplänen nicht weiter entgegenstehen. Das geht ja gar nicht.

Ich probiere meinen Countdown also erneut: Heute war Arbeitstag 16 vor Urlaub!

Der Tag begann damit, dass Neue Mitarbeiterin 1 von 2 sich krankmeldete. Ich dachte erst an einen Aprilscherz, wer wird denn am allerersten Arbeitstag krank? Es war aber keiner. Immerhin war es nicht meine neue Assistentin, die krank wurde sondern die von jemand anders, so hatte ich damit nicht allzu viel zu tun, außer ein Willkomenslunch umzubuchen und vielen anderen Leuten zu sagen, dass sie jetzt halt alle Trainings- und Einarbeitungspläne bitte anpassen müssen auf „vermutlich ab Dienstag“. Und ein Blumenstrauß musste abbestellt werden. Da denkt man, nunja, das ist ja das geringste Problem. Weit gefehlt, noch bis zum Nachmittag wollte die zuständige Person mich in Gespräche zu zukünftigen Blumenbestellungen verwickeln, sie hatte sich bei der Abbestellung mit dem Blumenladen nämlich so sehr gestritten, dass eine weitere Geschäftsbeziehung aus ihrer Sicht nicht mehr möglich war. Ist mir ja vollkommen egal, es müssen dann nur woanders Blumen organisiert werden, nämlich für „vermutlich Dienstag“ und da hakte es dann, ich musste um 16 Uhr noch einmal sehr streng „ich erwarte, dass ihr diese Aufgabe alleine und ohne meine Unterstützung oder Entscheidung bewältigt“ sagen.

Zwischendrin war ich mit der eigenen neuen Assistentin zur Begrüßung Mittagessen, in einer relativ neuen Lokalität und, naja, sie müssen noch üben. Der Vorspeisensalat, der extra als Beilage bestellt wurde, kam dennoch vor dem Hauptgang, der Zucker, der zum Espresso bestellt wurde, kam gar nicht und die Frage nach Butter zum Brot wurde nur mimisch mit schreckensweit aufgerissenen Augen und offenstehendem Mund beantwortet.

Den ganzen Nachmittag über quälten mich kleinteilige operative Tätigkeiten, die ich unbedingt loswerden muss und auch sehr bald loswerde, an die neue Assitentin nämlich, ich freue mich schon sehr – und sie sich auch! Zwischendrin gab es noch eine Zusammenstoß mit dem Chef, der mir eine Mappe auf den Tisch schlenzte (die mit mir nichts zu tun hatte, auch nicht von mir kam) mit den Worten „da sind sieben Unterlagen drin und auf zweien fehlt der Stempel, wie schwer kann es sein?“ und ich rotzte zurück „Oh wow, da werden wir den Standort jetzt wohl wegen Inkompetenz schließen müssen!“ und warf die Sachen vor seinen Augen in die Schreddertonne, worauf er konsterniert sagte „Aber warum werfen Sie es weg, ich habe ja trotzdem unterschrieben!“

Tja, Missverständnis.

Am Abend zeigte das neue Zeiterfassungssystem, das ich gerade teste, 1,7 Überstunden an und auf dem Weg zum Schwimmbad war Stau, so dass ich das Schwimmen vor der Schließzeit nicht mehr ausging. Schade. Naja ein Abend im Sessel ist auch schön.

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