Ich habe heute wieder zwei Beinahe-Abenteuer erlebt. Wie neulich schon, als ich beinahe in Badebekleidung aus dem zu evakuierenden Schwimmbad geholt worden wäre, wenn ich nicht nochmal zum Auto zurückgegangen wäre, weil ich meine Zehnerkarte vergessen hatte.
Auch heute trugen sich die Beinahe-Abenteuer im Schwimmbad zu. Ich hätte nie gedacht, dass dieses Hobby so spannend wird!
Als erstes bemerkte ich, als ich beim Umziehen in meinen himbeerfarbenen Badelatschen schlüpfte, dass da schon wieder irgendein Steinchen oder so drinhängt, wie auch schon bei den letzten Schwimmbadbesuchen. Da ich mich irrational vor Schwimmbadfußböden ekele, kann ich die himbeerfarbenen Badelatschen leider nie mit den Händen anfassen, schubberte also mit dem Fuß darin herum, um das Steinchen zu entfernen, doch es ging nicht. Ich überlegte kurz, ob ich evtl eine kleine Warze an der Fußsohle habe und untersuchte dies – negativ. Im Latschen dennoch wieder ein pieksiges Gefühl. Ich überwand mich, nahm ihn in die Hand entdeckte, dass in der Sohle ein Nagel steckte, der sich bis ganz knapp ins Fußbett durchgeschoben hatte. Nagel entfernt, alles gut. Ich dankte dem Badelatschen, dass er mich davor bewahrt hatte, am Karfreitag mit einem Nagel durch den Fuß in eine Notaufnahme zu fahren, wie so eine Person, die Kreuzigung nachspielt und nach 1/4 den Mut verliert.
Das zweite Beinahe-Abenteuer war ganz am Ende des Besuchs. Als ich nämlich aus dem Becken stieg, war es kurz vor der Schließzeit und der Bademeister, dem ich frohe Ostern wünschte, sagte, ich sei die letzte Frau im Schwimmbad und solle doch bitte wenn ich umgezogen bin nochmal kurz vorbeikommen, damit er weiß, dass die Damen-Duschen und -Umkleiden leer sind und er kontrollieren kann. Das wollte ich tun, war auch exakt 3 Minuten voir der Schließzeit mit allem fertig, doch der Bademeister war unauffindbar. Und während ich ihn in den Gängen suchte, ging überall das Licht aus und eine schwere Tür fiel ins Schloss.
Ich schwöre, es verging keine Millisekunde, bis ich mich schon freute, das Schwimmbad für eine Nacht ganz für mich zu haben! Völlig ungestört könnte ich noch viele Bahnen ziehen, zwischendrin warm duschen und wenn ich hungrig würde, die beiden Apfel und die Karotte und die Kohlrabi essen, die ich noch in der Tasche hatte. Damit kommt man ja durch eine Nacht. Ja, vielleicht würde ich müde, bestimmt gäbes aber irgendwo eine Sanitätsliege, auf der ich mich mit meinem großen Badehandtuch zudecken könnte. Und wenn nicht würde ich dann einfach irgendwann gegen 1 oder 2 Uhr morgens die Polizei rufen.
Ich hatte mir schon alles schön ausgemalt, als das Licht wieder anging und der Bademeister mir mit einer Taschenlampe entgegen kam, im Umkleidebereich war eine Sicherung herausgeflogen, das Schwimmbad war noch gar nicht leer.
Als ich am Auto stand und die Handtücher umpackte, blieb einer der Schwimmherren neben mir stehen und sagte „Achso, Sie haben mich ja vorhin überholt, aber jetzt sehe ich, Sie sind ja eine Schwimmerin, dann ist ja alles klar!“ Ich schaute wohl sehr fragend. „Na dieses Spezialhandtuch!“, glaubte er zu erklären. „Ich bin verwundert, dass mein Handtuch mich als Schwimmerin kenntlich macht und nicht mein Schwimmen“, stellte ich fest. „Also ich weißt jetzt jedenfalls, wie ich das meiner Frau erkläre!“, erwiderte der Mann meiner Auffassung nach zusammenhanglos, aber froh. Ich hakte das Erlebnis ab, er ist vermutlich einfach in einer anderen Realität zu Hause als ich.
Dass das mit dem Schwimmen heute geklappt hatte, freute mich sehr. Fast wäre ich nämlich wieder im Büro hängengeblieben, weil das Conditional Formatting in Excel, das in einem Sheet Zahlen <0 rot markieren soll, die 0 auch rot markiert, weil sie durch eine Formel entsteht und so vermutlich als Sondewert gesehen wird, den ich irgendwie in einer Hilfsspalte (oder vielleicht auch direkt in der Formel) mit =value oder sowas umwandeln müsste. Ich habe dann beschlossen, dass mir das ganz egal ist, ich bin sowieso keine Freundin von Farben in Excel-Sheets und wenn irgendwer Farben will, soll er oder sie sich mit dem Thema befassen.
Ansonsten habe ich heute einen großen prä-Urlaubsbrocken erledigt, gleichzeitig bin ich jedoch auf einen weiteren Brocken, den ich verdrängt hatte und einen anderen, den ich für erledigt gehalten hatte gestoßen. Den einen beginne ich nächste Woche mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, dass er vor dem Urlaub fertig wird. Den anderen werde ich anstoßen, er ist jedoch ein Mehrmonatsprojekt über diverse Standorte. Ich habe mit der Pariser Kollegin heute abgemacht, dass ich den Stein nächste Woche ins Wasser werfe und sie die Wellen in die richtige Richtung immer wieder anschubst, nach meinem Urlaub sehen wir dann weiter. Alle Bälle, die das eine Großprojekt betreffen, liegen seit heute nicht mehr bei mir; das andere Großprojet ist im aktuellen Status sowieso völlig außerhalb meiner Kontrolle.
