7. Mai 2026 – Rekonvaleszent im Urlaub

„Die beste Krankheit taugt nix“, pflegte Mama N. immer zu sagen. Ich stimme dem zu. Unter allen denkbaren Erkrankungen wäre meine wohl ganz vorne mit dabei von denen, die man sich aussuchen würde, wenn es denn eine sein müsste. Keine dollen Schmerzen oder Einschränkung der Selbstständigkeit, keine Medikamente oder Anlass zur Sorge notwendig und allgemein der Ausblick, sich in zwei Wochen schon nicht mehr daran zu erinnern. Das ist top unter den möglichen Krankheiten, zumal unter denen, die ich mir schon ausgemalt hatte, als ich mich ein kleines bisschen unwohl fühlte. Ich hatte ja kurz vorher den Balkon verschönert und daher kurz überlegt, ob ich mir durch Kontakt mit Vogelkot evtl. Vogelgrippe eingefangen habe oder durch das Wühlen in den Blumenkästen vielleicht Tollwut (wobei ich da Tollwut mit Tetanus verwechselte und gegen letzteres bin ich natürlich geimpft, außerdem trug ich Gartenhandschuhe). Und beides gleich auf die Katze übertragen habe, der ging es ja auch schlecht. Und ob man das dann eigentlich auch Zoonose nennt, Herr Drosten sprach ja immer nur von Übertragung vom Tier auf den Menschen, nicht umgekehrt, ich fühlte mich unterinformiert. Und beschloss, Google zu konsultieren, dabei kam mir der Gedanke, ich könnte auch das Fieberthermometer konsultieren, das gab gut Aufschluss zu meinen wirren Gedanken und ich schlief einfach wieder ein.

Nachts wurde ich gegen zwei von der schreienden Katze geweckt, sie hatte nämlich wieder Hunger. Ich freute mich und konnte beruhigt sofort nach Fütterung wieder einschlafen. Dass sie morgens um 6 auf mir herumhopste und weiteres Futter forderte, freute mich immer noch ein bisschen. Ich habe ja nichts vor und kann den ganzen Tag schlafen.

Das tat ich dann aber nicht, weil ich mich unerwartet verbessert fühlte. Das Fieber war weg und blieb weg und alles andere war rückläufig, das größte Thema ist jetzt, dass meine Ohren irgendwie zu sind (wobei das mehr Herrn Ns Thema ist, ich schreie halt einfach immer „Was??“ „Was???!“ „SAG MAL LAUTER!!“) und dass mir beim Husten die Bauchmuskeln schmerzen. Vielleicht führt das noch zu einer durchtrainierten Rumpfmuskulatur, das ist ja auch nicht verkehrt.

Den Vormittag über schaute ich einen Film, den mir das ZDF in die Timeline spülte, nämlich „Olivia“ – er hat mir gut gefallen, ich schaute gleich auf Youtube nochmal Olivia Jones auf dem NPD Parteitag an. Danach stand ein zweistündiger Mittagsschlaf an.

Erfrischt und erholt bereitete ich Nudelsalat zu – ich schmecke sehr wenig, die Textur ist aber sehr angenehm. Ebenso von Quark mit den frisch eingetroffenen Crowdfarming-Blaubeeren. Später unternahm ich noch einen kleinen Spaziergang, das war besonders schön und wohltuend für alles, was mit Atmen zu tun hat.

Ich glaube, morgen bin ich wieder gesund!