2. Mai 2026

2. Mai – Urlaub zu Hause Tag 5

Heute war der Balkon an der Reihe. Ich hatte mir eine genaue Einkaufsliste geschrieben, damit ich nicht zu viel kaufe. In diesem Jahr habe ich nämlich diverse Kräuter von meiner Schwester übernommen, sie hatte die geschenkt bekommen aber brauchte sie nicht. Meine Kriterien für Balkonpflanzen sind überschaubar: hübsch oder nützlich und in jedem Fall nicht giftig für Katzen. Also nahm ich die Kräuter: Lavendel, Rosmarin, Bohnenkraut, Salbei und Petersilie.

Kaufen wollte ich drei Tomatenpflanzen (Wunsch von Herrn N) und drei blühende Pflanzen, eine taugliche Auswahl stand auf dem Zettel. Und dann hatte ich mir morgens noch die Kästen angeschaut und befunden, dass sie recht spröde geworden sind, also wollte ich möglichst auch neue Kästen, die vor allen Dingen gut hängen und möglichst auch noch gut aussehen.

Ich fuhr in einen Pflanzenmarkt, der mir mehrfach empfohlen wurde, weil Familienbetrieb und gute Qualität etc. Naja ich werde keine Stammkundin. Das Parken war schon schwierig, dann war im Markt alles sehr eng gestellt und man musste sich ständig mit Leuten absprechen, um vorbeizukommen. Beratung oder Service gab es eher nicht so, ich interessierte mich für Balkonkästen, die in einem oberen Regal ganz hinten waren und fragte, ob mir da jemand helfen könnte. Eine Leiter wurde versprochen, kam aber in der nächsten Viertelstunde nicht, so dass ich das Interesse verlor. Es gab sowieso nur andere Größen, als ich suchte und auch keine guten Kombinationsgrößen (ich brauchte 80 cm, es gab 50er und 60er und 100er), man müsse für Kästen früher im Jahr kommen, wurde mir gesagt und individuelle Bestellungen werden nicht gemacht, das lohnt nicht.

Ich nahm das zur Kenntnis und verwarf die Idee, das Projekt über Wochen zu strecken. Es gäbe eine Version davon, in der man im März Kästen kauft, im April pflanzt und im Mai Erde nachlegt. Das ist eine denkbare Lebensphase. Dieses Jahr gehört nicht dazu. Dieses Jahr sollten es nochmal die alten Kästen werden und dann nächstes Jahr, falls ich mich noch nicht bereit fühle für ein mehrwöchiges Balkonprojekt, würde ich meine ganz eigene Individualbestellung vornehmen.

Die Pflanzen waren sehr schön und auch gut versorgt, das gefiel mir und außerdem gab es Dahlien, die ich sehr mag.

Wieder zu Hause packte ich alles aus und entsorgte erst einmal den Sichtschutz vom Balkon, der mich schon lange stört. Ich will keinen Sichtschutz, ich will Sicht. Dann begann ich, die Kästen von den Halterungen zu lösen und gleich beim ersten zerbröselte mir der Rand zwischen den Fingern.

Ich stieg mit absoluter Contenance wieder ins Auto und fuhr in einen großen Baumarkt in der Annahme, dass es dort zwar vermutlich keine schönen Kästen gibt, aber dafür die passenden Größen. Ich lag richtig. Es gab außerdem noch Kabelbinder und weiße Wandfarbe, das brauche ich auch, die Wandfarbe für das Garderobenprojekt bei meiner Schwester, das sich ja auch über mehrere Wochen zieht, ich bin also schon ganz nah dran. Die Kabelbinder brauchte ich für das Katzennetz, eigentlich brauchte ich auch noch Katzennetz selbst für eine Ecke, die durch den entfernten Sichtschutz freigelegt worden war. Katzennetz gab es im Baumarkt nicht, also vermutlich nicht. Die Person, die ich fragte, empfahl Moskitonetz. Naja ich denke nicht. Eine freundlicher Mensch aus dem Internet bot mir bereits einen Katzennetzrest an. Letztendlich konnte ich mir aber selbst mit dem Netz helfen, an einer anderen Stelle überschüssiges Netz wegschneiden und es mit den frisch gekauften Kabelbindern in der Lücke anbringen.

Die Kästen sitzen, die Pflanzen sitzen darin, die Balkonregenrinne ist ausgesaugt und der Balkon geschrubbt. Unter einem Schränkchen fand ich ein Vogelnest, zum Glück verlassen. Ganz schön mutig von den Vögeln, auch wenn die kleine Katze zu rund ist, um unter den Schrank zu passen. Das Vogelhäuschen hingegen war schmutzig aber leer, ich unterzog es einer Grundreinigung, vielleicht kommt ja noch jemand.

Mit dem Balkon bin ich jetzt sehr zufrieden, das nächste Mal neue Kästen brauche ich in schätzungsweise 3 Jahren. Ich habe mir für Januar 2029 in den Kalender geschrieben, über das Thema erneut nachzudenken.

30. April und 1. Mai 2026 – Urlaub zu Hause Tag 3 und 4

Gestern beschloss ich am Morgen, dass ich endlich die defekte Kaffeemaschine, die seit ein paar Monaten in einen Karton verpackt im Flur steht und, wie es dann halt immer kommt, bereits in die Einrichtung integriert wurde, nämlich teilweise als Sitzplatz für die kleine Katze und teilweise als Abstellplatz für Schuhe von Besuch (wenn der die Schuhe ausziehen möchte), zum Wertstoffhof zu bringen. Als ich die Kaffeemaschine ins Auto geladen hatte, fand ich, es sei irgendwie blöd, mit einem leeren Fahrzeug zum Wertstoffhof zu fahren, wenn doch der Keller noch voll mit Gerümpel ist. Also packte ich noch einen alten Balkontisch, 8 große Eimer Wandfarbe, ein Röhrenfernseher, zwei Autoradios, einen Anrufbeantworter, drei Router, eine Tüte mit Lacken und einen Kanister altes Motoröl ein.

Der Effekt war überwältigend: Im Keller ist jetzt ein Weg bis ganz hinten frei, ich komme an alles dran, was das weitere Aufräumen sehr erleichtern wird. Insbesondere stieß ich auf ein Isomatten-Nest, gleich vier Stück von den ganz alten Schaumgummidingern, mit denen ich zuletzt zelten war, als ich jünger war als M jetzt. Die kommen als nächtes weg.

Ich bin gern auf dem Wertstoffhof (verabscheue aber die Vorbereitung des Hinfahrens), denn ich bin jedes Mal wieder amüsiert über die mit Begeisterung gelebte Unfreundlichkeit der Leute dort, die ab einem gewissen Punkt in absolute Herzlichkeit umschlägt.

Die übliche Frau hielt mich am Tor an um zu fragen, was ich denn dabei habe und versuchte dann, mir auszureden, irgendwas davon tatsächlich dazulassen. Holz abgeben kostet Geld, Farben und Öl sind Sondermüll und das geht nur Samstags vor 14 Uhr, Elektroschrott „haben wir schon ganz viel“. Ich hielt dagegen, dass ich keinesfalls wieder zurückfahren würde, eher müssten sie mich mit dem Auto gleich mitverschrotten, weil ich mich keinen Millimeter von der Stelle bewege. Das wäre noch mehr Aufwand. Zähneknirschend wurde ich durchgelassen.

Der Mann am Elektroschrottresen fand dann natürlich noch Platz für meine Sachen, der Mann am Holzcontainer wollte kein Geld und während ich den verschlossenen Sondermüllcontainer inspizierte rief mir die Frau vom Eingang zu, das Schadstoffmobil sei genau heute unterwegs und dort könne ich den Rest abgeben, wenn ich das Mobil finde, die Haltepunkte stünden online. Aber sowieso sollte ich in die großen Eimer erstmal reinschauen, getrocknete Farben wären nämlich normaler Hausmüll, weil ja dann offensichtlich keine Lösungsmittel mehr drin sind.

Die Farben waren tatsächlich alle vollkommen vertrocknet, die Frau half mir, die Eimer in einen Restmüllcontainer auszuleeren und nahm sie dann mit. Mir blieb nur noch der Ölkanister.

Das Schadstoffmobil war für 12:30 Uhr an einer mir bekannten Straßenecke angekündigt, es war erst 10:30 Uhr, also fuhr ich in die Autowaschstraße. Dort war alles perfekt wie immer. Als ich das Ticket löste, wurde ich auf 40 Minuten Wartezeit für die Innenraumreinigung hingewiesen. „Das macht nichts, ich habe Urlaub!“ sagte ich, worauf der Kassierer „Haben Sie denn im Urlaub nichts Besseres zu tun?“ fragte. Natürlich nicht. Was gibt es besseres als Autowaschstraße?

Anschließend erwischte ich das Schadstoffmobil und dann fuhr ich noch Einkaufen, mittlerweile war es auch 14 Uhr und ich ziemlich ausgehungert. Mit meinen Erlebnissen und Einkäufen kehrte ich nach Hause zurück, frühstückte spät aber ausgiebig und ging dann wieder ins Bett, um nochmal zwei Stunden zu schlafen.

Heute ging es gleich weiter mit dem Regeln von Dingen. Ich besuchte Papa N im Pflegeheim und war danach mit der Tochter seiner ehemaligen Nachbarin verabredet, die ein neues Handy hat, das sie nicht in Gang setzen kann. Wir hatten uns schon zweimal getroffen, um das Problem zu lösen, kamen aber nicht weiter, da sie beim ersten Termin weder PIN der Simkarte noch Entsperrcode des Handys wusste und beim zweiten kein einziges ihrer Passwörter für irgendwas anderes. So hatte ich ihr Hausaufgaben aufgegeben und dieses Mal hatte sie eine ausgedruckte Passwortliste dabei. Heute kamen wir gut weiter, ich zeigte ihr an ein paar Beispielen, wie sie Apps installiert und sich dort einloggt, dann ließ ich sie selbst weitermachen. Die Zeit nutzte ich, um die Spülmaschine meiner Schwester, in deren Wohnung wir uns getroffen hatten, zu reparieren. Sie pumpte nicht mehr ab, Ursache war eine Kürbiskernschale, die sich unter das Sieb gemogelt hatte. Und dann füllte ich noch zwei größere Löcher in der Wand, aus denen einen Garderobe herausgebrochen war, mit Blitzzement, damit wir beim nächsten Besuch – da bringe ich dann die Bohrmaschine mit – die Garderobe wieder befestigen können.

Als das alles erledigt war erhielt ich einen Anruf von M, dass das bei ihr befindliche Auto nicht anspringt und unglückerweise in einer Parklücke mit Schnauze zur Wand und von beiden Seiten eingeparkt steht. Zudem mit angezogener elektrischer Parkbremse, sehr misslich. Ich bin diesem Problem jetzt schon mehrfach begegnet und bin unsicher, ob elektrische Parkbremsen generell eine gute Idee sind. Jedenfalls ist im Auto von Herrn N, das ich fuhr, eine Starthilfe-Powerbank, die ich auf dem Rückweg nach Hause bei M vorbeibrachte. Das weitere Prozedere beobachtete ich nicht mehr, es wird einem Haufen Physikstudierenden bestimmt gelingen, die richtigen Kabel an die richtigen Stellen anzuschließen, ganz sicher sogar besser als mir.

Für meinen Geschmack habe ich mich jetzt auch ausreichend mit Reparaturen und Entsorgungen befasst. Morgen werde ich den Balkon bepflanzen und mich danach wieder mehr auf tippende Tätigkeiten einschwingen.