Tschüss, Papa N.

(Dieser Beitrag ist besonders für InaPoe, Joriste, Fischköppi und Hafensonne, nahoernsiemal und gurkenwurst, Vanessa, Stedtenhopp, die Kaltmamsell, Katzentratschen, Giardino, Frau Brüllen, Maike Paul, ubrummak, maske_katja, Frau Klugscheißer, Majorie, Kuchenschwarte, bhollerholler, Alba/OddlyFlowers, Rebekka, hotelmamama, Miss Megaphon, Buddenbohm, papperlapapp, Isabella Donnerhallen, Feodora, fliggerit, Küchenlatein, Isabel, Crocodylus, Violinista, NitroNika/5Kaffeespäter, jawl, Excellensa, Francine, Bettina und Linda vom Lesedings)

Ihr Lieben, ich danke euch von Herzen, dass ihr alle an Papa N und mich gedacht habt und die Traurigkeit ein kleines Stückchen mittragt. Papa N ist an den Folgen einer Lungenentzündung, letztendlich aber an „Alter“ gestorben. Schon bei einer Herz-OP Anfang des Jahres konnten nur zwei von drei Engstellen versorgt werden, weil sonst durch das notwendige Kontrastmittel die Nieren versagt hätten. Die für das Herz notwendigen Blutverdünner verursachten durch die morschen Gefäßwände überall Blutungen und es wird dann mit der Zeit immer schwieriger, diese ganzen Dinge auszubalancieren. Die Lungenentzündung hat das Gleichgewicht dann final gekippt. 

Papa N war immer ganz er selbst, ein Mensch mit riesiger innerer Freiheit, einer Offenheit für alle Menschen und einer bedingungslosen Großzügigkeit: alles, was er konnte und wusste und hatte, hat er geteilt und sich darüber gefreut, dass er das tun konnte. Er hatte die große Gabe, das Gefühl zu vermitteln, dass vielleicht nicht alles immer gut wird, aber dass wir alles, was kommt, irgendwie hinkriegen.

Ich wäre gerne im letzten Moment bei ihm gewesen, aber er hat sich dann doch schneller auf den Weg gemacht, als alle erwartet hatten. Und so war ich gerade auf der Autobahn, als er starb, um meine Sachen für die nächste Nacht zu holen, die ich dann bei ihm verbringen wollte. Darüber bin ich traurig, und gleichzeitig ist es natürlich gut, dass es so schnell ging und er nicht länger im Krankenhausbett herumliegen musste.

Momentan bin ich hauptsächlich unfassbar müde. Seit 2018 befand sich bei mir immer irgendein Familienmitglied in einer existenziellen Krisensituation. Seit Jahresanfang, als Papa N schon einmal im Krankenhaus war, bin ich rund 30 Mal dorthin gefahren, um ihn zu besuchen und die Wohnung aufzulösen – neben einem (etwas-mehr-als)-Vollzeitjob und einem Familienleben 250 km entfernt. Ich hätte das für ihn liebend gern noch undendlich viel länger gemacht. Gleichzeitig merke ich jetzt, wo es vorbei ist, wie viel Kraft diese Jahre gekostet haben.

Nach rund 8 Jahren ständiger Sorge, Erreichbarkeit und Anspannung weiß ich noch gar nicht genau, wer ich ohne all das bin. Das werde ich nun hoffentlich herausfinden.

28 Kommentare zu „Tschüss, Papa N.“

    1. Liebe Frau Novemberregen, Frau Klugscheißer hat den Nagel auf den Kopf getroffen .
      Mein herzliches Beileid und viel Kraft fpr die nächste Zeit.

  1. RIP Papa an.
    Ihnen wünsche ich, dass vor allem die schönen Erinnerungen bleiben. Ich habe mehrfach erlebt, dass unsere Eltern dann sterben, wenn wir Kinder gerade nicht da waren. Vielleicht ist es ihr letztes Geschenk an uns, dass sie uns das ersparen wollen.

  2. Danke fürs Teilen dieser Gedanken und Erinnerungen – das liest sich sehr liebevoll!
    Für die kommende Zeit wünsche ich alles Liebe und Gute – und dass die guten Erinnerungen möglichst die Traurigkeit überwiegen!
    Ich bin sicher, von der Zuversicht “wird nicht immer alles gut, aber wird schon” hat er eine Menge vererbt, und von seiner Großzügigkeit auch!

  3. Mein herzliches Beileid für deinen Verlust dieses offensichtlich so liebenswerten Menschen. Ich wünsche dir, dass du die Ruhe und Gelegenheit hast, dich jetzt in der neuen Realität zurechtzufinden und dich neu zusammenzusetzen.

  4. Mein herzliches Beileid. Ihnen und allen, die Papa N. vermissen, viel Kraft für die kommende Zeit und Trost in schönen Erinnerungen.

  5. Croco (aber die andere)

    mein herzliches Beileid
    Ihre Beschreibung klang immer sehr liebevoll, die Anstrengung für sie nicht durch.
    Alles Gute für Sie

  6. Mein aufrichtiges Beileid!
    Durch Ihre Posts hier wird Ihr Vater immer weiterleben und hatte viele „Bekannte“. Sie haben immer sehr liebevoll geschrieben.
    Ich hoffe, Sie und Ihre Familie kommen gut durch die Zeit.

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