An einem Tag mit lebensbedrohlicher Hitze vier Stunden als Begleitung an einem Patientenbett stehen ist auch eine eindringliche Erfahrung. Es ist völlig überfüllt dort, unfassbar viele Personen mit Hitzeschäden und zwar im wesentlichen sehr alte Menschen und dazu viele junge Männer in Sportkleidung. I listen and I judge. Der Arzt, der die jungen Männer wieder auf die Beine brachte, war auch judgy und erklärte den jungen Menschen, dass sie mit ihrem dummen Verhalten nicht nur sich sondern auch andere in Gefahr bringen, indem sie die Kapazitäten, die für andere zur Verfügung stehen sollten, abschöpfen.
Da die Uniklinik mit mobilen Trennvorhängen Behelfskabinen geschaffen hatte, gab es viel zu hören. So auf der einen Seite von Papa N eine Dame, die sich bei einem Sturz das Becken gebrochen hat und über starke Schmerzen klagte, Schmerzmittel jedoch kategorisch ablehnte, denn davon würde ihr übel. Egal wie oft die unfassbar geduldige Ärztin erklärte, dass es zum einen etwas völlig anderes sei, zu Hause Aspirin zu nehmen als per Infusion ein völlig anderes Medikament zu bekommen und zum anderen, dass sie auch etwas gegen Übelkeit geben könnten, falls diese wirklich eintritt – sie blieb dabei. Denn, Achtung: Medikamente gegen Übelkeit machen dick!
Auf der anderen Seite von Papa N war ein Herr M, eingeliefert mit Verdacht auf Herzinfarkt. Herr M antwortet auf die Frage, ob er Blutverdünner nehme, in voller Überzeugung „Ab und zu!“ und zündete sich wenig später eine Zigarette an. Sie blieb nur sehr kurz an.
Papa Ns Fall war schnell eingeschätzt und die Behandlung eingeleitet, nur warteten wir eben vier Stunden auf einen Transport, weil alle Wagen ununterbrochen im Stadtgebiet im Einsatz sind. Nun ist er auf der Station und hoffentlich in guten Händen.
Was heute gut war am Sommer: wenn mir Schweiß aus den Haaren ins Essen tropft, muss ich nicht aufstehen, und den Salzstreuer holen.

Alles Gute für Papa N.
Gute Besserung an Papa N!