28. April 2026 – Urlaub zu Hause Tag 1

Das hatte ich mittlerweile vergessen: wie überzeugend sich Urlaub anfühlen kann.

Ich wachte auf und hatte keine Lust mehr, zu schlafen. Das war um 8 Uhr. Schon um 11 hatte ich alle Telefon-Erledigungen, die auf meiner Liste für diese Woche standen, abgehakt. Und um 13 Uhr waren die Kisten und Taschen aus Papa Ns Wohnung, für die ich mental die ganzen zwei Wochen eingeplant hatte, sämtlich gesichtet und entweder sofort in meinen Haushalt integriert oder in eine Schlange für Spül- oder Waschmaschine eingereiht. Letztere lief heute schon fünf Mal.

Das einzige, das noch anstrengend wird, ist das Thema „Werkzeug“. Ich habe Papa Ns Werkzeug komplett mitgenommen, habe auch eine Grundausstattung im Keller und das, was man regelmäßig braucht (und was sich so ansammelt) in der Wohnung. Diese verschiedenen Werkzeuglager möchte ich zusammenfügen und sinnvoll sortieren. Ob ich im Keller bis zum Werkzeug überhaupt durchkomme, ist allerdings fraglich. Und dann muss ich alles hochtragen, im Keller sortieren ist ausgeschlossen.

Das Werkzeug in der Wohnung ist in einem Schrank, den ich hasse. Er hat eine Rolladen-Schließung und ich träumte schon einmal, dass eine Katze darin geköpft wurde und einmal, dass der herunterrasselnde Rolladen mir die Hände amputiert hat. Schon das Geräusch lässt mich schaudern. Vielleicht kann ich etwas umsortieren, so dass in den Schrank etwas kommt, das man seltener benötigt als Werkzeug. Nur was?

Um 13 Uhr brach ich mit Herrn N auf, um unseren neuen Hausarzt kennenzulernen. Die bisherige Hausärztin ist in den Ruhestand gegangen und hat uns eine Nachfolgepraxis empfohlen. Dort hatten wir beide einen Termin, meiner wurde allerdings abgesagt. Nicht so schlimm, weil ich sowieso kein Anliegen hatte außer die Karte einlesen und die Daten aufspielen zu lassen. So ging ich mit Herrn N hin in der Hoffnung, dass die Praxis mich effektiv und effizient gleich mitverwaltet. Genau so war es.

Ursprünglich war es mein Plan, mich bei einer Ärztin in dieser Praxis aufnehmen zu lassen. Nun war Herr N aber bei dem Arzt und ich fand ihn so sympathisch und überzeugend, dass ich einfach gleich dort bleiben werde.

Zurück zu Hause machte ich gleich zwanzig Verabredungen für die nächsten zwei Wochen aus. Ich habe jetzt Sorge, dass der Urlaub zu Ende ist, bevor ich alles, worauf ich Lust habe, machen konnte! Und hier sind noch keine Termine wie „neue Brille aussuchen“, „Knirschschiene nachschleifen lassen“, WC-Spülkasten austauschen dabei. Um die kümmere ich mich erst morgen.