21. Juni 2026 – 10. Sommertag

Ich habe noch etwas gefunden, was am Sommer gut ist, nämlich: der Tee wird morgens nicht so schnell kalt. Vielleicht habe ich das auch schonmal aufgeführt. Egal.

Nicht gut war meine Kleidungsbestellung, fast alles absolut hässlich. Vermutlich wäre es besser gewesen, wenn die Lieferung gekommen wäre, bevor meine absolut schlechte Laune eingesetzt hat. Ein paar wenige Kleidungsstücke waren hübsch, aber aus grauenhaftem Kunstfasermaterial. Es gibt ja mittlerweile auch Kunstfaser, die angenehm auf der Haut ist – bei dem Preis, der aufgerufen wurde, dachte ich, es handele sich um solche. Das war eine Fehlannahme. Ich habe jetzt genau eine weitere Bluse (Baumwolle) und eine weitere Culotte. Die Bluse ist schwarz-weiß und vermutlich mit dreien meiner Sommerhosen kombinierbar (zusammenspiel mit dem Schnitt muss überprüft werden, evtl. geht sie nur mit schmalen Hosen), die Culotte ist weinrot und somit mit allen meinen Oberteilen kombinierbar außer mit den roten und evtl. wegen der Weite nicht mit der neuen Bluse. So ergeben sich immerhin mit nur zwei Teilen ganz im Sinne meiner Capsule Wardrobe diverse neue Kombinationsmöglichkeiten.

Gestern hatte ich noch einen Moment der Menschenliebe am Ende des Fußballspiels. Es wurde ins Publikum gefilmt und da waren drei völlig normale Menschen mittleren Alters, also nicht überdurchschnittlich schön sondern ganz normal und sie hatten eine Deutschlandfahe und unten in den gelben (goldenen) Bereich mit vermutlich Edding ihren Herkunftsort geschrieben, Erkelenz oder Erpenweiler oder sowas, und sie waren glücklich. Man muss sich das genau vorstellen, da sind drei Leute (oder vielleicht vier oder fünf und die anderen waren nicht im Bild), die sich die Mühe machen, für ein Fußballspiel in USA/Mexiko/Kanada (keine Ahnung wo das gestern war) Karten zu kaufen und dahin zu reisen, Flugticket kaufen, Hotel buchen, Urlaub nehmen sicherlich auch, vermutlich bleibt man nicht nur kurz und muss auch noch wen finden, der den Hund nimmt oder die Katze füttert und die Blumen gießt, es ist ein gewisser Aufwand. Die Fahne beschaffen sie, um richtig jubeln zu können, Amazon oder Temu oder so und dann machen sie sich die Mühe, mit einem Filzschreiber da noch ihren Wohnort draufzuschreiben! Am Küchentisch oder auf dem Fußboden oder wo auch immer man sowas macht, vielleicht auch erst am Flughafen, vielleicht hatte einer die Fahne mit und einer den Filzschreiber und sie haben am Abend verabredet, dass sie das dann am Gate machen, weil man da sowieso immer so lange warten muss und dann haben sie da auf dem leicht schmutzigen Boden gekniet und am Ende noch den Automatenkaffeebecher umgeworfen, gut dass der nicht gegen den Handepäcksrucksack gekippt ist – ich schweife ab. Dass sie nicht geübt waren, sah man. Dass es nicht leicht ist, mit Filzschreiber auf Polyester zu schreiben, auch. Und das Ergebnis halten sie dann in die Kamera und freuen sich so richtig. Spätestens bei der Sache mit dem Filzschreiber wäre ich persönlich ja ausgestiegen. So etwas rührt mich.