1. November 2026 – Wärme und Kälte
Endlich im richtigen Monat, hurra!
Ich möchte noch einmal auf mein neues Temperaturempfinden eingehen. Wie gesagt, ich friere seit September. Frau Herzbruch – die heute übrigens aus allen Gründen vom Bloggen entschuldigt ist – scheint anzunehmen, dies würde zu einer Aufheizung meiner Wohnräume führen. Das sehe ich noch nicht kommen.
Ich bin nicht in einer Wohnung mit Heizung aufgewachsen. Es gab bei uns einen Kohleofen in der Küche, später auch im Wohnzimmer. Kinderzimmer, Schlafzimmer, Bad blieben unbeheizt. Wenn man fror, wärmte man den Körper. Mit einer weiteren Schicht Kleidung, mit einer Decke oder einer Wärmeflasche. Ich kann mich bis heute nicht an Heizungsluft gewöhnen, die ich als sehr unangenehm empfinde. Ebensowenig kann ich mich daran gewöhnen, dass in einer Wohnung alle Räume einfach warm sind und man nirgendwo hingehen kann, um sich abzukühlen. Warum man das Haus aufwärmen sollte statt den Menschen, erschließt sich mir weiterhin nicht und ich denke, die technische Entwicklung geht da in eine völlig falsche Richtung.
Deshalb heize ich weiterhin nicht, beziehungsweise erst, wenn die Raumtemperatur unter 17 Grad fällt, um Schimmel vorzubeugen. Bis dahin freue ich mich über mein Frieren – Frieren ist so viel besser als Schwitzen! – und es bieten sich mir weiterhin spannende neue Möglichkeiten.
So tätigte ich gestern Abend vom Bett aus einen Sponankauf. Ich lag da, noch leicht zitternd, unter meinen zwei Decken, Pyjama mit zwei Oberteilen übereinander und Wärmeflasche an den Füßen und dachte mir: es wäre schön, irgendwas um die Ohren zu haben oder generell auf dem Kopf. Den Kopf unter die Decke stecken ist ja hinsichtlich der Atmung nicht so gut. Also recherchierte ich zum Kauf einer „Schlafmütze“. Es hat schon seinen Sinn, dass es die früher gab! Warum wurde das abgeschafft? Ach ja, wohl wegen der Fehlentwicklung „Raumheizung“. Richtige Schlafmützen gab es nur in alberner Farbgebung. Alternativ gibt es wohl für Frauen Schlafmützen, die aussehen wie riesige Eierwärmer und dem Schutz der Frisur dienen. So etwas benötige ich nicht.
Erst nach längerer Suche fand ich geeignete Mützen aus Baumwolle, bei denen auch noch vorgesehen ist, dass man sie über die Augen ziehen kann inklusive Aussparung für die Nase. Ganz im Glück bestellte ich aus dem Bett heraus und schlief dann sofort ein.
