Die Nacht war grauenhaft, ich kam netto auf ca. 2 Stunden Schlaf, weil mein Immunsystem in kompletter Paranonia wohl immer wieder befürchtete, sobald ich einschlafe, könnten Covid- oder Grippeviren einem exponentiellen Treiben in meinem Körper nachgehen. Der Körper wollte wach(sam) bleiben. Dementsprechend tat mir heute alles weh und am Ende des sehr langen Tages musste ich noch befürchten, dass der Uber-Fahrer mich auf halber Strecke herauswirft, weil ich so einen Lachanfall hatte, dass er sicher annehmen musste, ich sei under influence. War ich aber nicht, ich hatte bis auf einen Bellini als Aperitif den ganzen Tag nur Wasser getrunken. Noch nicht einmal Kaffee.
Ich musste so lachen wegen Frau Herzbruchs Bild in ihrem Blog. Dieser fromme Blick, es ist unglaublich komisch! Auch, wenn Frau Herzbruch die bürgerlichere von uns beiden ist, ist dieser Blick – mir fehlen die Worte!
Ein bisschen muss ich dann aber noch über irgenwas anderes schreiben. Ich hatte Frau Herzbruch schon gegen Mittag angekündigt, dass ich die 0-Uhr-Deadline vermutlich aufgrund beruflicher Verpfichtungen nicht halten kann und erbeten, keinen Verzug und damit eine Einzahlung in die Cocktailkasse einzusetzen. Frau Herzbruch war großzügig. Ich möchte jetzt nicht durch fehlende Textlänge überreizen.
Für solche Tage gibt es die Contentvorschlagliste. Ein Thema hier lautet: Gibt es ein aktuelles Lieblingswort?
Ich wünsche mir allgemein ganz präzise Formulierungen in der Contentvorschlagliste. Damit ich nicht so viel Nachdenken muss. Hier zum Beispiel, ob jetzt ich persönlich gemeint bin, ob ich ein aktuelles Lieblingswort habe, oder ob es um ein aktuelles Lieblingswort der Sprachgemeinschaft geht. Nunja, entia non sunt multiplicanda praeter necessitatem oder auch „don’t overthink!“, ich gehe davon aus, ich persönlich bin gemeint. Und da sage ich: ich bin generell nicht so bei Wertungen dabei, es gelingt mir selten, die Komplexität von Sachververhalten so herunterzubrechen, dass ich ein „Lieblings“ oder „bestes“ oder „schlechtestes“ ausmachen könnte. Außer bei Nudeln, Spaghettoni sind die besten. Ansonsten verläuft mein Denken eher in den Kategorien „ist durchgespielt“ und „ist noch interessant“. Ich kann mit Leichtigkeit Wörter und Wendungen nennen, die in meinen Augen durchgespielt sind: tatsächlich, ist es nicht, Nerd, Waldbaden, kann weg. Mal so aus der Hüfte geschossen. Ich freue mich hingegen über Wörter, mit denen ich nicht rechne. So weise ich Sprachmodelle, mit denen ich arbeite, standardmäßig an, in Antworten weniger häufig auftretende treffende Begriffe zu verwenden. Ich langweile mich sonst.
Insofern: nein, kein Lieblingswort.
