3. November 2026 – Contentlistentag

Der Tag war angefüllt von beruflichen Themen, in vielen kam ich ein Stück weiter, muss sie gleichzeitig noch weiter durch unterschiedlich gelagerte Schichten von Betrachtungsweisen und Aspekten in meinem Kopf sickern lassen, bevor ich in weitere Gespräche damit gehen kann. Und kein einziges eignet sich zum verbloggen.

So ist heute also Contentvorschlaglistentag: ich habe die Contentvorschlagliste etwas umstrukturiert. Es ist nun ein Feld mit meinen Rückfragen zur Frage vorgesehen – ich kann die Last der Verantwortung, die Frage richtig zu interpretieren, nicht allein tragen. Manchmal, hier spreche ich aus Erfahrungen der Vergangenheit, verstehe ich die Frage schon in ihren Grundzügen nicht und bin unsicher, in was für einem allgemeinen Setting sich eine solche Frage überhaupt stellen kann. Also habe ich eine Zeile, nein, Spalte, ich kann Zeile und Spalte nicht gut auseinanderhalten, für meine Rückfragen eingefügt, Fragenstellende schauen also gern nach einiger Zeit nochmal rein, ob es Klärungsbedarf gibt.

Davon abgesehen, und dafür habe ich keine Lösung, fehlt mir ein wenig Resonanz zur Antwort. War sie hilfreich oder nicht, traf sie den Kern der Frage oder propellerte in eine eigene Realität, trifft sie auf Zustimmung oder auf Widerspruch. Ich verstehe, dass das nicht unbedingt über einen Kommentar funktioniert, denn dann ist die Frage nicht mehr anonym. Deshalb habe ich keine Lösung nur eine Leerstelle.

Das Thema heute ist: „Wie übt man Schlagfertigkeit, besonders in Situationen, die einen selbst überraschen?“

Ich bin gleich wieder ansatzweise verwirrt. Kann Schlagfertigkeit in Situationen, die einen nicht selbst überraschen, also in kontrollierten und quasi gescripteten Gesprächen überhaupt auftreten?

Ich mag den Begriff „Schlagfertigkeit“ auch nicht besonders, das Wort klingt für mich nach „Treffer, versenkt“, eine Art Ping-Pong gegen hochgefahrene Schilde und das ist keine gute Art der Gesprächsführung. Vielleicht fragen wir uns: wie stelle ich mich in einem Gespräch so auf, dass ich nicht durch eine überraschende oder unerhoffte Wendung sprachlos da stehe?

Meine Antwort ist, nicht zum ersten Mal fürchte ich: ganz in die Situation gehen, radikale Präsenz. Maske abnehmen, ihr beide seid jetzt das einzige, was auf der Welt existiert und wichtig ist, alles andere – die eigene Wirkung, die passende Antwort, die soziale Bewertung – ist komplett irrelevant. Hören und gucken, wahrnehmen und da bleiben, was ist hier gerade los, was ist hier gerade Thema. Und dann darauf reagieren, in echten Kontakt gehen. Der Rest ergibt sich: die Reaktion kann dann in völliger Freiheit und ganz aus der Situation heraus entstehen.

2 Kommentare zu „3. November 2026 – Contentlistentag“

  1. „Ganz in die Situation gehen, radikale Präsenz“ hört sich nach gutem Konzept an. Ich überlege, wie man das macht und welcher Art Grundeinstellung es bedarf.

    1. Ich mache das ständig. Es ist zudem meine Standardantwort auf Situationen, deren Reiz sich mir nicht unmittelbar erschließt, bei denen ich denke: hier ist nur etwas herauszuholen, wenn ich wirklich all-in gehe. Es ist das schon häufig erwähnte „sich in die Situation werfen“.

      Über dass „wie“ habe ich mir noch nie Gedanken gemacht.

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