11. September 2026

Mit großer Faszination erfuhrlich im Brandschutztraining, dass sich seit meinem letzten Besuch doch tatsächlich die DIN 14034-6 geändert hat, nämlich im Juni 2024. Diese Norm regelt graphische Symbole für bauliche Einrichtungen im Feuerwehrwesen, also z.B. die Symbole, die in Brandschutzplänen verwendet werden. Das Piktogramm für den Wandhydranten ist jetzt anders, es hat nun eine Flamme rechts! Und man darf keinesfalls alte und neue Piktogramme im selben Gebäude mischen!

Für mich ist das von besonderem Interesse, da ich eine Piktogrammerkennungsschäche habe. Also ich kann sie durchaus richtig sehen und könnte sie auch nachzeichnen, aber ich habe keinen Zugriff auf die Bedeutung, Ich kann ihnen nichts entnehmen. Ich kann sie allerdings lernen wie Vokabeln. Emojis übrigens auch. Wehe, jemand zeichnet die ein kleines bisschen anders. Ich bin völlig verloren, wenn an WC-Türen nicht eins der ganz klassischen Zeichen für Männer und Frauen angebracht ist sondern irgendwas interpretationsbedürftiges. Ein weiterer guter Grund für „Toiletten für alle“, finde ich Bei dem Piktogramm mit dem Wandhydranten dachte ich lange Zeit, es bezeichne eine Heizung.

So gab ich mich weiteren inneren Betrachtungen, was die Änderung der DIN für mich bedeutet, hin und döste im theoretischen Teil der Brandschutzschulung kurz weg.

Als es an die Löschübung mit VR Brille ging, meldet ich mich dafür sofort als erste, um das auszuprobieren. Offen gesagt: ein bisschen in der Hoffnung, danach einfach gehen zu dürfen. Im ersten Setting war ich in einem Büro. „Schauen Sie sich mal um, wo snd Sie?“ fragte der Trainer. „Das weiß ich nicht!“, sagte ich. Es entspann sich ein längeres Missverständnis als angemessen, weil mir nicht klar wurde, dass die gewünschte sehr simple Antwort „In einem Büro“ lautete und ich konnte die virtuelle Stadt vor dem virtuellen Fenster nicht zweifelsfrei identifizieren. Der Feuerlöscher, den ich greifen durfte, als ich in dem Büro einen im Entstehungsbrand befindlichen Papierkorb fand, war echt. Nur innen drin war kein Löschmittel sondern Technik. Das „Roppe, Kloppe, Spritze“, wie wir es bei den hessischen Feuerwehren lernen, fühlte sich aber an wie echt. Es gab sogar ein Dings, das heiße Luft machte und Brandgeruch verströmte.

Im zweiten Szenario war ich in einem Hotelzimmer, der Trainer behauptete „Mariott Hotel“, das wusste ich aber besser, es war keinesfalls ein Marriott. Wir diskutierten ein wenig, ich hatte zwischenzeitlich vergessen, dass es sich um eine Übung handelte und wollte schauen, ob im Badezimmer Bademäntel mit Hotellogo hängen, um zweifelsfrei den Hotelnahmen feststellen zu können. Jedoch stand dann plötzlich das Bett in Flammen, ich hatte wohl darin geraucht, so sah es aus, ein Rauchmelder fiepte schon lästig in mein Ohr. Als auch diser Brand gelöscht war, war die nächste Person an der Reihe.

Gehen durfte ich nicht, das war aber nicht schlimm, denn es gab jetzt viel Interessantes zu beobachten. Wie sich die anderen aus dem Kurs mit der VR-Brille gebärdeten nämlich. Mehrere beklagten sich, dass man seine Hände nicht sehen konnte. Das war mir gar nicht aufgefallen – ich schaue sonst üblicherweise auch nicht auf meine Hände, während ich sie benutze. Volle Bewunderung hatte ich für den Trainer. Nicht nur sorgte er mit großer Sorgfalt und nur minimalstem dirigierenden Antippen dafür, dass niemand in einen Tisch oder vor die Wand lief, zusätzlich stellte der auch noch den Feuerlöscher jeder Person mit einem anderen Eigennamen vor und erklärte die Verwandtschschaftsverhältnisse zu den vorherigen Feuerlöschern. Es hatte etwas von einem sehr langen „Ich packe meinen Koffer“-Spiel.

Ein Teilnehmer verlangte, ein wenig Abenteuer zu erleben, eine brennende Bohrinsel oder sowas. Zweimal fragte der Trainer nach, ob er wirklich Aufregung wünscht, dann fand er sich in einer Küche wieder, wo er versehentlich einen Fettbrand mit einem Wasserlöscher anging. Mit einem Aufschrei stolperte er zurück, als die Explosion kam und der Trainer find ihn gekonnt auf. Das hätte man mit echtem Feuer so natürlich nicht üben können.

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