19. Juni 2026 – 8. Sommertag

Mein Büro hat noch eine angenehme Temperatur von gut 23 Grad. Das liegt daran, dass ich dauerhaft die Jalousien geschlossen halte. Immer mal wieder kommen Personen bei mir vorbei, auch morgens, die sich schon antizipativ beklagen, dass ihr Raum bald sehr warm sein wird. „Ich könnte das ja nicht, den ganzen Tag im Dunkeln sitzen!“ sagen sie dann. Anfangs sagte ich noch, dass sie sich halt entscheiden müssen, ob sie im Dunkeln und mäßig Warmen oder im Hellen und sehr unangenehm Warmen sitzen. Mittlerweile sage ich nur noch „Echt? Ich liebe das! Am liebsten hätte ich es zusätzlich auch noch brüllend heiß hier im Raum, aber das klappt dann irgendwie nicht!“

Später stand ein Mitarbeiter in meinem Raum, um sich zu beschweren, dass er nicht in ein Projekt eingebunden ist, das gerade gemütlich anläuft, nächstes Jahr Fahrt aufnimmt und ab Q3 quasi allumfassend wird. Ich antwortete wahrheitsgemäß, der Grund sei, dass er mich vor wenigen Wochen um ein Zwischenzeugnis gebeten hatte in Verbindung mit der Mitteilung, ich solle im zweiten Halbjahr nicht mehr mit ihm rechnen. Was ist denn los mit den Leuten? Wenn man die Jalousie im Sommer oben lässt wird es warm und wenn man sagt man kündigt kriegt man keine langfristigen Projekte, das ist doch nur logisch.

Was gut war heute: nach der Arbeit fand ich mein Fahrrad wieder. Ich wollte eigentlich morgens damit fahren, doch es stand nicht im Hof. Scharfes Nachdenken ergab zunächst einmal: nichts. Im Büro konsultierte ich meinen Kalender. Am Montag wollte ich Schwimmen, war daher mit dem Auto unterwegs. Am Dienstag fuhr ich mit dem Rad zur Arbeit und wieder zurück. Am Mittwoch ist der Hinweg ungeklärt, auf dem Rückweg nahm mich Fragmente mit. Am Donnerstag hatte ich morgens einen Termin mit Herrn N, danach setzte er mich am Büro ab. Somit schien es naheliegend, dass ich Mittwochmorgen mit dem Rad aufgebrochen war. Nur wohin genau, also an welche S-Bahn-Station und an welchen Ausgang davon? Ich hatte Glück und gleich der erste Versuch (Innenstadt, Ausgang Rathaus) war richtig!

Zum Chor schaffte ich es nicht, zu warm. Ich sah mich nicht in der Lage, den Raum mit ca. 30 weiteren 37-Grad-warmen Körpern zu teilen. Aus demselben Grund hatte ich auch am Mittag schon ein Meeting geschwänzt. Es gibt Grenzen dessen, was mir möglich ist. Dafür telefonierte ich auf dem Heimweg gleich zweimal mit Herzbruchs, Herrn und Frau, ganz unabhängig voneinander. Herr Herzbruch hatte mich angerufen und verpasst, als ich zurückrief, antwortete er nicht. Bevor ich mich nun sorgte, dass etwas mit Frau Herzbruch sei, rief ich einfach gleich sie an, um das zu erfragen. Es ging ihr gut, sie hatte ein schönes Thema zu besprechen, wegen desselben Themas rief auch Herr Herzbruch später nochmal an und wir besprachen einfach alles nochmal, warum sollte man über Schönes nicht zweimal reden. Anschließend grüßten sie einander von mir.

Was heute gut war am Sommer: ich musste bei meinen Telefonaten nicht in der anderen Hand einen Regenschirm balancieren und es gab keinen Wind, der mir das Telefon aus der Hand riss. (Sie sehen: ich bemühe mich!)

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