13. September 2026

Meine weltbeste Entscheidung war es, mir morgens vor Aufbruch, obwohl es früh war und die Zeit knapp bemessen, noch eine Minute zu nehmen, um die neuen Schuhe mit Imprägnierspray einzusprühen. Ich habe nämlich neue Sneakers mit Kuhfelloptik, die perfekt zu meiner kleinen Handtasche passen und an denen ich daher schon sehr hänge.

Dann verbrachte ich den Tag mit einer Freundin in Fulda. Wir zogen von Lokal zu Lokal, ganz ohne Alkohol. Im ersten gab es Kaffee, den hatte ich bis dahin nicht gehabt. Im zweiten gab es Mittagessen, denn es war an der Zeit. Im dritten gab es Tee. Das dritte Lokal wirkte durch das große Fenster zur Straße sehr einladend, es gab Kronleuchter und goldene Sofas mit pinkfarbenen Kissen, wir fanden, das entspräche uns sehr. Nach der halben Kanne Tee stellten wir fest, dass das Lokal gleichzeitig auch noch Fitnessstudio (im mittleren Teil) und Solarium (im hinteren Teil) war. Es trainierte oder bräunte sich allerdings niemand. Es wirkte alles noch sehr neu, möglicherweise ist das Konzept noch unerprobt. Ich stelle es mir gar nicht so angenehm vor, wenn vorne Rührei gegessen und in der Mitte schwitzig trainiert wird. Wobei es dort nicht „Training“ sondern „Journey“ heißt. Zuletzt kehrten wir noch in einem Café ein, um Waffeln zu essen und mein Getränk des Sommers – Iced Spanish Latte – zu trinken.

Auf dem Weg zurück zum Bahnhof war das Kopfsteinpflaster durch den Nieselregen zunehmend schmierig-rutschig. In einer Straße, die leicht bergab ging, purzelte vor uns ein Kind nach hinten und ein Mann nach vorne und ich dachte noch „oha, lieber kleine Schritte machen“, da ergab sich für mich unfreiwillig auch schon ein sehr, sehr weiter Ausfallschritt, quasi in Zeitlupe rutschte ich immer weiter runter und fand schlicht keinen Grip mehr mit den Schuhsohlen. Zusätzlich musste ich auch noch sehr lachen. „Ich lasse mich jetzt kontrolliert zur Seite kippen, dies ist kein Notfall!“, teilte ich meiner Begleitung mit und tat genau dies. So gelang es mir, die Füße wieder nebeneinanderzubringen und aufzustehen. Um mich herum saßen oder lagen noch drei weitere Personen auf dem Boden. Wie sie genau zu Fall gekommen waren, hatten sie nicht gesehen. Meine Begleitung sagte jedoch, ich sei eindeutig am Elegantesten zu Boden gesunken.

In Mitleidenschaft gezogen wurde mein linker Schuh, er war schmutzig. Allein: durch das Imprägnieren am Morgen ließ sich das Fake-Kuhfell mit nur ein wenig Wasser sehr einfach wieder reinigen. So gab es keine bleibenden Schäden!

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