Gleich vorweg: das Schwimmen abends habe ich nicht geschafft. Ich wäre erst gegen 20:30 Uhr am Schwimmbad gewesen. Das Schwimmbad schließt um 21:30 Uhr und ich möchte mich wirklich nicht beim Schwimmen beeilen.
Ich ärgere mich nicht darüber, denn der Tag war so verrückt wie schon lange keiner mehr. Am Vormittag dachte ich noch, eine arbeitsrechtliche Sache wäre außergewöhnlich irre. Doch der Tag steigerte sich.
Ein weiterer kleiner Höhepunkt war der Besuch des Architekten, den ich wirklich sehr schätze. Wir saßen am Konferenztisch, er mit Plänen, ich mit Plänen, so dass ich aufstand und sagte „ich setze mich mal neben Sie, das ist glaube ich sinnvoller“. Der Architekt antworte – ganz offensichtlich in einem Moment geistiger Umnachtung – „ja, ich beiße nicht!“
Ich habe vor ungefähr einem halben Jahr eine sehr schöne Situation erlebt. Am Frankfurter Hauptbahnhof bat eine fremde Person einen Freund von mir um Geld. Die fremde Person war mehrere Köpfe kleiner, deutlich schmächtiger und auch allgemein in einem eklatant weniger vitalen Zustand als der Freund, leitete ihre Ansprache dennoch mit den Worten „keine Angst, ich tu nichts!“ ein. Der Freund antwortete nach einem Moment Stille in einem Tonfall, der 99% Gelassenheit und 1 % Amüsement enthielt: „Davon ging ich aus“.
Das habe ich mir gemerkt und antwortete dem Architekten genau so, nach exakt dem selben Zeitmaß Stille und im selben Mischverhältnis. Dann schwiegen wir eine Weile, bis der Architekt „Entschuldigung“ sagte.
Das war aber noch immer nicht das Highlight an Crazyness. Denn mein Arbeitstag endete mit einem Drohanruf – nicht gegen eine Person an sich sondern gegen den Arbeitgeber als Unternehmen gerichtet. Auch, wenn der Anruf in Inhalt und Vortrag nicht überzeugte, müssen natürlich Maßnahmen eingeleitet werden und das kostete Zeit, die dann für das Schwimmen nicht mehr zur Verfügung stand.
Also. Ein Arbeitstag noch!
