Am sechstletzten Arbeitstag vor dem Urlaub sah es für einen kleinen Moment so aus, als würde ich doch noch die Contenance verlieren. Aber ich konnte den kleinen Moment zwischen Reiz und Reaktion, der uns Freiheit gibt – im Wesentlichen natürlich Freiheit von uns selbst – noch ein wenig ausdehnen und dann noch ein bisschen und dann hatte ich den Impuls wieder unter Kontrolle.
Morgens war der Architekt da und dann der Vermieter und alles dauerte viel länger als geplant, dadurch verpasste ich den verabredeten Anruf vom Möbelhändler, der mir skizzieren wollte (bzw. sollte), wie die Logistik funktioniert je nachdem, ob die Rechnungsstellung für eine Möbellieferung aus der Schweiz in die USA an eine deutsche oder an eine amerikanische Rechnungsadresse erfolgt bzw. wie es bei einer Zwischenvariante mit Weiterverkauf von D nach USA aussieht, also die Knackpunkte EU-Umsatzsteuer und unsere Rolle im Importprozess.
Und dann waren noch drei Verträge zu unterzeichnen, die ich vorher lesen musste, weil ich leider noch mit keiner Person zusammenarbeite, bei der ich blind unterzeichnen kann. Im Gegensatz zu meinem Chef, der Glückliche.
Dann war Mittag und ein Willkommenslunch. Ich hätte mich gerne unterhalten lassen doch so ging es sich nicht aus und ich musste für den Gesprächsfluss sorgen. Ächz.
Am Nachmittag ein kleines Pasta-Tief, das ich mit der Beschäftigung mit Zahlen (Gehaltsabrechnung) überwand. Und damit, mittlerweile routiniert Unterstützung abzulehnen, bei Fragen nämlich, die auch jemand anders beantworten kann. Das gehört zur Urlaubsvorbereitung. Es muss (wieder) eingeübt werden, andere Personen als mich zu fragen, denn es handelte sich sämtlich um Themen, mit denen ich gar nichts zu tun habe, bei denen zwischen zwei Personen keine ordentliche Absprache stattfand und nun eine von beiden erhoffte, diese Absprache statt dessen mit mir treffen zu können. Alles keine dramatischen Themen, nichts wird wirklich schief gehen, es ist nur (möglicherweise) unangenehm für die Fragenden, dass sie die Aufgabe nicht erledigen können, ohne nochmal zurück ins Gespräch zu gehen. Vielleicht auch erst morgen, weil die betreffende Person nicht mehr erreichbar ist. Ich will die Unannehmlichkeit nicht ersparen, denn ich halte sie für wichtig.
Auf dem Heimweg kurzer Stopp zum Tulpenkauf, dann zunächst einmal im Sessel eine Runde eingeschlafen. Die kleien Katze und Herr N schliefen auch, es war sehr harmonisch.
