24. Juni 2026 – 13. Sommertag

Meine Laune ist stabil schlecht. Auch heute antwortete Nachbarin I nicht auf mein Klopfen und Klingeln. Ich glaube, ich werde nicht weiter das Gespräch suchen. Ich habe für meinen Geschmack sowieso viel zu viel Kommunikation zu der Paketsache. DHL hat sich gemeldet, aber nicht mit einer Auskunft, warum das Paket einer fremden Person ausgehändigt wurde sondern mit einem Formular und einer Frist, innerhalb der dieses auszufüllen ist. Und der Verkäufer hat sich schon wieder gemeldet, die Mitarbeiterin kündigt an, intern mit ihrer Vorgesetzten zu besprechen – blablabla an dieser Stelle wurde mir langweilg, mich interessiert nicht, wer was mit wem zu tun plant und wer welche Entscheidungen treffen darf, mich interessieren nur Ergebnisse.

Im vierten Anlauf seit Oktober letzten Jahres kamen heute zwei Handwerker, um sich um den Wasserschaden zu kümmern. So hatten wir ab morgens um 8 Uhr kein Wasser mehr. Das hat mich allerdings weniger gestresst als die Tatsache, dass der ältere der beiden Handwerker nichts trinken wollte. Er war sehr rot im Gesicht und schwitze stark und verweigerte Wasser, Cola, Limonade, alkoholfreies Bier und Kaffee. Er habe noch nie bei Kundschaft etwas getrunken, denn sonst müsste er ja irgendwann aufs Klo und in seinem ganzen Berufsleben habe er nie die Toiletten seiner Kundschaft benutzt. Ich schlug vor, er könne jetzt gegen Ende seines Berufslebens ja noch einmal etwas ganz Neues wagen. Und sich dann später sagen zu können, den Beruf wirklich in allen Facetten durchlebt zu haben. So ließ er sich zu Cola überreden.

Im Büro litt ich erneut unter einem Übermaß an Storytelling und wurde sehr barsch, als eine Person ihre Teilnahme an einer Führung am Freitag „aufgrund der Situation im Büro“ absagte. Ich fragte natürlich nach, was diese Situation im Büro sei und erfuhr dann: es gab keinerlei Situation, jedenfalls nicht im Büro und auch nicht im Zusammenhang mit der Führung. Dieselbe Person gab mir wenig später Unterlagen verbunden mit einer Entschuldigung, sie kämen verspätet, das länge an ihrem Büroumzug, der letzte Woche stattfand. Die Unterlagen waren allerdings aus November 2025 und mittlerweile sowieso komplett irrelevant, weil ich mir natürlich längst Zweitschriften besorgt hatte. „Was hat das mit dem Umzug zu tun“, fragte ich also und bekam als Antwort „eigentlich nichts“. „Mir war, als hättest Du gesagt, die Unterlagen kommen wegen des Umzugs so spät“, fragte ich nochmal nach. Es gab keine Erklärung dazu. Völlig grotesk. Wenn schon Storytelling, dann doch bitte gutes und unterhaltsames und nicht wirres Geplapper.

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