30. Oktober 2026 – immer noch aua
Ich war heute mit Fragmente zum Lunch und sie hatte nach längerer Zeit einmal wieder einen Zettel dabei, auf dem sie die Themen, die sie mit mir besprechen möchte, notiert hatte. Zudem einen Stift zum Abhaken der ausreichend besprochenen Themen. Am Ende waren alle bis auf eines abgehakt.
Meine Gefühlslage zu Fragmentes Themenzetteln ist komplex. Einerseits fühle ich mich geschmeichelt. Es ist ihr so wichtig, diese Dinge mit mir zu besprechen, dass sie sie sogar aufschreibt. Befremdet bin ich aber auch. Warum schreibt sie mir nicht oder ruft mich einfach an, sobald ihr die Themen einfallen? Wirke ich so, als hätte ich dafür keine Zeit? Ich habe eigentlich den Eindruck, Fragmente hat weniger Zeit als ich, wobei das falsch ausgedrückt ist: sie geht mir ihrer Zeit sorgsamer um (und hat keinen Zusagereflex). Ich glaube, sie plant meist nicht nur, wann sie irgendwo hingeht, sondern auch, wann sie wieder weggeht. Da bin ich komplett impulsgetrieben. Ich glaube, wenn es noch was zu erleben gibt, gehe ich selten nach Hause, weil ich müde bin. Oder ich werde nicht müde, wenn es noch was zu Erleben gibt? Müdigkeit ist für mich allerdings auch in weiten Teilen situationselastisch.
Was mich noch an den Zetteln umtreibt: wann schreibt sie die? Kurz vor unserem Treffen am Schreibtisch? Morgens zu Hause beim ersten Kaffee? Am Vorabend vor dem Schlafen gehen im Bett? Mal so, mal so? Ich werde es erfragen.
Ein Thema auf dem Zettel war, was ich mir zum Geburtstag wünsche. Ich wünsche mir natürlich ein Erlebnis. Was für eins ist mir egal, so lange es nicht lebensgefährlich ist, denn für Lebensgefahr habe ich weder Zeit noch Nerven. Ansonsten wünsche ich mir immer Seife oder Handcreme oder Bodylotion oder hochwertige Snacks/Süßigkeiten oder Schnittblumen, die ins Büro geliefert werden, nicht nach Hause wegen der Katze.
Ganz kurz hatte ich den Impuls, mir einen Saunagutschein zu wünschen. Ich war ja erst einmal in einer Sauna – also einen Tag lang in einer Therme mit unterschiedlichen Saunen, in der letzten wurde man mit Zweigen geschlagen, das ist nicht der Grund, warum ich hinwill, sondern weil ichl ja seit Ende August friere. Ich habe in den letzten Jahren nie gefroren, jetzt plötzlich. Zeitgleich sind zwei weitere Phänomene aufgetreten, nämlich bin ich zum einen nicht mehr nasensprayabhängig und zum anderen jetzt ein sportlicher Mensch. Wie das alles zusammenhängt, soll die Wissenschaft erforschen. Erst fand ich das Friere super, dann irrelevant, mittlerweile ist es so weit, dass es mich manchmal stört, aber noch nicht sehr. Trotzdem habe ich meine Garderobe aufgerüstet, indem ich ein Unterhemd gekauft habe. Ich hatte noch keines. Und ich überlege, entweder Strümpfe zu kaufen (also so lange – ich trage bislang nur Sneaker-Socken) oder möglicherweise einen Pullover. Habe ich nämlich auch nicht, bzw. einen einzigen aus ganz dünnem Baumwollstrick. Wie gesagt, mir war die letzten Jahrzehnte zu jedem Zeitpunkt zu warm. Es bieten sich mir jetzt ganz neue Möglichkeiten der Garderobe, bislang von mir komplett unerforscht. Das wird ein aufregender Herbst und Winter!
