5. November 2026 – WmdedgT
(Alles zu WmdedgT wie immer bei Frau Brüllen)
Es sind wieder solche Tage, an denen ich mich abends nicht unmittelbar erinnere, wie ich morgens eigentlich aus dem Haus gekommen bin. Es ist so lang her, so viel hat sich zwischendrin ereignet. Das ist nicht als Klage zu verstehen.
Ich fuhr heute Zug, weil ich schon wusste, dass ich abends das Rad nicht gut brauchen kann. Gleich, als ich eintraf, wollten mich drei Personen in ein Meeting zerren. Sie waren aber alle am falschen Tag, das Meeting ist erst morgen und ich hatte heute auch keine Zeit dafür. Also schickte ich sie alle weg und wühlte mich eine gute Stunde lang durch die neu eingegangenen Mails, versuchte dabei eine Priorisierung und Struktur zu erstellen.
Um 11 Uhr hatte ich dann wirkllich einen Termin, nämlich ein Bewerbungsgespräch. Von allen Bewerbungsgesprächen, die ich je geführt habe, traf dies am besten meinen Geschmack, denn wir kamen innerhalb weniger Minuten zu dem Entschluss, dass alles stimmig ist. Den Vertrag habe ich ihr vorhin gemailt, sie hat ihn wenige Minuten später unterschrieben zurückgeschickt. Vom ersten Kontakt bis zum unterschriebenen Vertrag vergingen somit rund 30 Stunden, ich glaube, das ist mein Rekord.
Anschließend ging ich mit einer Person Mittagessen in Verbindung mit einem Personalgespräch, ich habe Gedanken zu einer anderen Aufteilung von Tätigkeiten, die ich mit der Person besprechen wollte.
Am Nachmittag war ich mit einer weiteren Bewerberin zum Telefonat verabredet, es ging um Vertragskonditionen und wir wurden uns einig. Der Vertrag ist ebenfalls verschickt und wenn nichts mehr dazwischen kommt, aber ich ab Februar die gewünschte „rechte Hand“. Ich bin sehr gespannt, wie das wird. Und antizipiere jetzt schon große emotionale Versunsicherung bei all den Personen, die dann Dinge mit dieser Person besprechen sollen statt, wie bislang, mit mir.
Später am Nachmittag gab es an anderer Stelle einen Meltdown wegen zu viel Arbeit. Meine Angebote zur Behandlung der Thematik waren zwar sachlich-fachlich wirksam aber emotional nicht hilfreich und drangen deshalb nicht durch. Das passiert mir ja öfters und ich habe gelernt, dass sich eine derart verhärtete Stimmung oft mit Absurditäten abrechen lässt. Also versuchte ich, die Ebene der Logik vorübergehend zu verlassen und bot einen Capuccino mit Topping aus weißen und goldenen Mini-Marshmallows mit Glitzerpuder an. Ich habe diese Marshmallows und Glitzer und noch einiges andere an ähnlichem Equipment für Notfälle, denen ich mit Weisung nicht beikomme, in der Schublade. Der Glitzercappuccino war hilfreich, die Situation lockerte ein wenig auf, so dass es möglich war, Maßnahmen abzusprechen.
Anschließend stand noch ein Feedback-Gespräch mit einer neuen Aushilfe im Kalender und dann war es Zeit, aufzubrechen und mich mit Fragmente in der Lobby zu treffen. Von dort spazierten wir gemeinsam etwa eine halbe Stunde durch Frankfurt bis zu einem kleinen Lokal, in das Fragmente mich zu „Fine Dining“ eingeladen hatte. Längere Zeit waren wir die einzigen Gäste, später kam noch ein Paar hinzu. Das Essen war ganz ausgezeichnet, da Gespräch und die Gesellschaft sowieso.
Sehr, sehr satt und zufrieden fuhr ich gegen 21:30 Uhr mit einem Uber nach Hause.
